Neustadt Drei Jahre Krieg in der Ukraine – „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)
Am 24. Februar 2022 begann der Krieg in der Ukraine – ein Krieg, der bereits unzählige Leben zerstört, viele Familien auseinandergerissen und großes Leid über Millionen von Menschen gebracht hat. Drei Jahre später gibt es noch immer keinen Frieden. Während die Waffen weiter sprechen, sehnen sich die Menschen nach Hoffnung, nach einem Ende der Gewalt.
Am 24. Februar 2025 werden um 17 Uhr in allen evangelischen und katholischen Kirchen der Verbandsgemeinde Lambrecht die Glocken läuten. Sie laden uns ein, innezuhalten, zu beten und uns bewusst zu machen, was dieser Krieg bedeutet – für die Menschen in der Ukraine, für Europa und für die Welt.
Wo bleibt die Verantwortung?
Die aktuelle Weltlage gibt wenig Anlass zu Optimismus. Während in München auf der Sicherheitskonferenz über den Frieden gesprochen wird, rüstet Russland weiter auf und droht unverhohlen mit Eskalation. Die USA, die sich mehr mit innenpolitischen Turbulenzen beschäftigen und keine internationale Verantwortung zeigen, beweisen eine gefährliche Nähe zu Russland. Die europäischen Staaten ringen um eine gemeinsame Strategie, doch oft scheint es so, als ob nationale Interessen über der Verantwortung für den Frieden stehen.
Die Bibel ruft uns auf: „Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15). Doch wo wird dem Frieden nachgejagt? Oft scheint es, als würden Machtspiele, wirtschaftliche Interessen und geopolitische Strategien mehr zählen als das Leben unschuldiger Menschen.
Unser Auftrag: Wachsam bleiben
Frieden ist kein Selbstläufer. Er erfordert Mut, Verantwortung und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Jesus selbst lehrt uns: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9). Doch Frieden stiften bedeutet mehr als bloße Worte – es braucht Taten, es braucht Dialog, und es braucht Menschen, die sich nicht von der Resignation lähmen lassen.
Wenn am Montag, 24. Februar, um 17 Uhr die Glocken läuten, dann ist das eine Erinnerung an unsere Verantwortung. Es ist ein Ruf zum Gebet – aber auch ein Ruf, nicht wegzuschauen. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Krieg zur Normalität wird. Wir dürfen nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht.
Möge unser Gebet nicht nur ein Zeichen der Solidarität sein, sondern auch eine Ermutigung, selbst für den Frieden einzutreten – in unseren Worten, in unseren Entscheidungen und in unserem Handeln.
Der Autor
Matthias Vorstoffel ist Gemeindediakon im Elmsteiner Tal und in Edenkoben.