Neustadt DORFGEFLÜSTER:

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Den „Poseidonteller“ kennen wir vom Griechen unseres Vertrauens, ebenso von manchen Speisekarten den „Seniorenteller“, obwohl wir den noch nie bestellt haben. Und wir wissen, dass man im Ruhrgebiet die klassische Currywurst mit Pommes „Schimanski-Teller“ nennt. Deshalb dachten wir beim Begriff „Kölner Teller“ sofort an eine kulinarische Spezialität aus der Domstadt, zu der mutmaßlich ein Kölsch getrunken wird. Ganz falsch. Die „Kölner Teller“, die man bald auch in Haßloch kennenlernen wird, haben mit lukullischen Genüssen nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um halbrunde Scheiben aus Aluguss, die vielerorts auf Straßen aufgeklebt werden und als wirksame Tempobremsen dienen. Wer mal über so eine metallene Buckelpiste gefahren ist, weiß, wovon wir reden: Es ruckelt ordentlich. Und das ist ganz im Sinne des Erfinders. Denn die „Geschwindigkeitshügel“ erfüllen nur einen Zweck: Sie sollen allzu hurtige Autofahrer bremsen. Wenn ein Ruck durchs Auto geht, löst das nämlich in den allermeisten Fällen einen erzieherischen Effekt aus. Nächstes Mal fährt man garantiert mit gedrosseltem Tempo an eine solche verkehrsberuhigende Maßnahme heran. In Haßloch sollen die beiden Verkehrskreisel Moltkestraße/Richard-Wagner-Straße und Bismarckstraße/Anilinstraße mit „Kölner Tellern“ sowie reflektierenden Ringmarkierungen nachgerüstet werden. Mit 12.000 Euro, die diese Nachbesserung für beide Kreisel kostet, ist das zwar keine ganz preiswerte Lösung. Aber wenn es der Sicherheit vor allem der Radfahrer dient, die an diesen Stellen schon mehrfach in Unfälle verwickelt waren, gibt es bei dieser Ausgabe nichts einzuwenden. In Haßloch weiß man zwar nie – aber wir rechnen jetzt mal nicht damit, dass es um die „Kölner Teller“ einen solchen Zoff gibt wie in anderen Kommunen, wo meist quer über die Straße verlegte„Tellerminen“ für erhebliche Aufregung sorgten. Angeblich sollen da und dort mit Schraubenziehern und Stemmeisen ausgerüstete Bürger nächtens zur Selbsthilfe gegriffen haben, um die Silberlinge zu entfernen ... Warum die Dinger „Kölner Teller“ heißen, erklärt sich ganz schlicht: Der Hersteller des Originals sitzt in Köln und verewigt den Namen der Domstadt in Großbuchstaben auf den Metallscheiben. Guckt man aber mal über den Tellerrand hinaus, stellt man fest, dass es für die verschiedenen Bremsschwellen die unterschiedlichsten Bezeichnungen gibt. Je nach Bauform und Einsatzort kennen wir den „Delfter Hügel“, das „Berliner Kissen“ und das „Krefelder Kissen“, in Frankreich sagt man dazu „Eselsrücken“ und in Russland „Liegende Polizisten“, in Peru heißen sie angeblich „Backenzahnbrecher“ und in Holland „Drempel“ – wofür uns aber auf Anhieb keine plausible Erklärung einfällt. Im Grunde sind sie aber alle nichts anderes als die Exemplare in der Haßlocher Langgasse: „Hubbel“.

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