Wasserball DM-Vorrunde: U14-Team des SC Neustadt sammelt viel Erfahrung
Das U14-Wasserball-Team des SC Neustadt zahlte am Wochenende im Vorrundenturnier zur deutschen Meisterschaft in Nürnberg reichlich Lehrgeld. Die Jugendlichen aus Neustadt landeten nach drei Niederlagen auf Rang vier.
Besonders das erste Spiel am Samstag nahm einen bitteren Verlauf: Der Nachwuchs von Spandau Berlin fertigte den SCN mit 26:1 ab (6:0, 8:0, 6:0, 6:1). SCN-Trainer Stefan Giese: „Wenigstens wurde es nicht die Höchststrafe – wir erzielten noch einen Treffer. Unsere Spieler kennen natürlich den großen Namen ,Spandau’. Der Verein ist Rekordmeister bei den Männern und hat eine äußerst starke Nachwuchsarbeit.“ Der Respekt sei einfach zu groß gewesen, wie das Kaninchen vor der Schlange sei die Mannschaft vor dem Gegner erstarrt.
Bettruhe eingehalten
Doch Giese sieht bereits die Teilnahme an diesem Vorrundenturnier als großen Erfolg. Im Spiel um die süddeutsche Meisterschaft hatte der SCN Würzburg mit 9:8 besiegt, die Würzburger waren im Vorjahr deutschlandweit auf Platz sechs gelandet. Giese: „Dieses Ergebnis werde ich nie vergessen.“
Relativ schnell vergessen hatten seine Schützlinge die hohe Niederlage im Auftaktmatch. Am Abend nach dem Essen in einem Sportheim spielten sie auf der Freifläche noch mit Begeisterung eine halbe Stunde lang Handball. Giese: „Zehn Minuten nach der Partie gegen Spandau wurde wieder gelacht, auch wenn es vorher betroffene Mienen gegeben hatte.“ Und er lobt, dass diesmal die Bettruhe um 21.30 Uhr eingehalten worden sei. Auf dem Turnier um die süddeutsche Meisterschaft seien die Jungs noch um 1.30 Uhr durch das Hotel gegeistert. Diesmal sei es gesittet zugegangen, jeder Spieler habe dennoch Spaß gehabt.
Reaktion gezeigt
Der SCN bestritt das Turnier allerdings nicht mit 13 möglichen Spielern, sondern am ersten Tag mit elf, am Sonntag sogar nur mit zehn. Familienfeiern, Krankheit und andere Verpflichtungen hatten die Mannschaft schon vorher dezimiert. Trotzdem lief es am Sonntag besser. Giese: „Nach dem ersten Spiel wollte ich eine Reaktion sehen, das kannte ich so von meiner aktiven Zeit.“ Gegen Gastgeber Nürnberg verlor der SCN mit 11:19, gegen die SG Neukölln Berlin folgte eine 6:16-Niederlage. Dabei stand es gegen Neukölln zwischenzeitlich sogar 6:6. Giese: „Doch dann ließen die Kräfte nach. Aber wir haben gekämpft, uns gut bewegt und zeigten in beiden Spielen eine geschlossene Mannschaftsleistung.“ Unterstützt wurde Giese am Beckenrand von Daniel Kluck und Peter Kuhn.
Der 48-jährige Giese war von 1995 bis 2004 in der Ersten SCN-Mannschaft unter Trainer Peter Jacqué aktiv und spielte mit Thorsten Preuß, Stefan Ehrenklau und Luis Ananias in den beiden obersten deutschen Wasserball-Ligen. „Ich habe so viel erlebt, es bestehen immer noch Kontakte und Freundschaften. Jetzt möchte ich dem Verein etwas zurückgeben“, begründet Giese sein Engagement mit drei Trainingsabenden und vielen Spielen am Wochenende. Er blickt zurück: Trainer „Chief“ Peter Jacqué habe stets deutliche Worte nach Niederlagen gefunden und sei immer gut hörbar am Beckenrand gewesen. Giese stellt schmunzelnd: „Heute ist der ,Chief’ mindestens um 50 Prozent leiser als früher.“