Neustadt Die Züge halten seltener
Bei der Neidenfelser Bürgermeisterin Sybille Höchel (CDU) beschweren sich regelmäßig Bürger, weil am Neidenfelser Bahnhaltepunkt weniger Züge stoppen als in früheren Jahren. Einige Züge, deren Halt gestrichen wurde, werden ab dem nächsten Fahrplanwechsel am 13. Dezember zwar wieder in Neidenfels halten. Doch insgesamt werde sich die Situation für Zugfahrer auf dieser Strecke deutlich verschlechtern, kündigt ein Sprecher der Bahn AG auf Anfrage an.
„Seit etwa vier Jahren gibt es immer öfter Beschwerden“, berichtet Höchel. Inzwischen kritisierten fast in jeder Sprechstunde Bürger, dass Züge, die am Neidenfelser Bahnhaltepunkt gehalten haben, dies nicht mehr tun. Eine Neidenfelserin, die im Schichtdienst arbeitet und auf den Zug angewiesen ist, hat die Zahl der Zugstopps überprüft und festgestellt, dass vor zwei Jahren täglich 20 Züge mehr in Neidenfels gehalten haben als dies derzeit der Fall sei. Höchel berichtet, dass sie sich schon mehrfach an die Deutsche Bahn AG gewandt und die Kreisverwaltung Bad Dürkheim sowie Zugexperten um Unterstützung gebeten habe, doch es habe sich nichts an der Situation geändert. Auch die Papierfabrik Glatz sei von der Reduzierung des Bahnverkehrs betroffen, bestätigt Geschäftsführer Roman Reischl auf Anfrage. Seit dem Fahrplanwechsel im Juni sei ein Zug, der um 16.17 Uhr von Neidenfels nach Neustadt fuhr, gestrichen. Viele Mitarbeiter, deren Arbeitszeit um 16 Uhr endet, hätten diesen Zug benutzt, berichtet Reischl. Auf Nachfrage sei der Firma mitgeteilt worden, dass der Zug ab dem nächsten Fahrplanwechsel am 13. Dezember wieder in Neidenfels halte. Höchel erinnert daran, dass die Gemeinde viel Geld für den 1998 eröffneten Bahnhaltepunkt ausgegeben habe. Die Firma Glatz habe für den Haltepunkt Gelände zur Verfügung gestellt, so Reischl. Die Gemeinde und das Unternehmen hätten sich engagiert, damit Neidenfels eine gute Zuganbindung bekomme, so Höchel und Reischl. Es sei unverständlich, dass die Bahn immer mehr Zugstopps an dem Haltepunkt streiche. Den Ausbau der Schnellbahnstrecke zwischen Paris und Mannheim nennt ein Sprecher der Bahn AG auf Anfrage als Grund für die Reduzierung der Zugstopps in Neidenfels und anderswo. Wie mehrfach berichtet, wird die Ost-West-Strecke in der Pfalz so umgebaut, dass zukünftig Schnellzüge mit einem Tempo von 200 Stundenkilometern von Paris nach Mannheim fahren können. Die RHEINPFALZ hat zuletzt am 4. Dezember auf der Wirtschaftsseite berichtet, dass sich die Bauarbeiten noch bis ins Jahr 2019 hinziehen werden. Die Strecke soll ab 13. Dezember nachts zwischen 0 und 4 Uhr komplett gesperrt werden. Die Arbeiten hätten Auswirkungen auf den Zugverkehr entlang der gesamten Strecke. „Man kann da nicht nur den einzelnen Ort sehen“, so der Bahnsprecher. Einige Züge seien in der Vergangenheit ganz gestrichen worden, andere hielte an weniger Bahnhöfen und Haltepunkten. „Ab 2016 werden die Einschränkungen noch weitaus stärker“, kündigt der Bahnsprecher an. Denn die Bauarbeiten gingen in die Hauptphase. Einige Veränderungen gebe es ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember. (ann)