Neustadt Die Vorbereitungen für das Schlachtfest laufen

Die Schweine der Saubande haben mittlerweile ihre Schlachtreife erreicht. Sie wiegen etwa 140 Kilo.
Die Schweine der Saubande haben mittlerweile ihre Schlachtreife erreicht. Sie wiegen etwa 140 Kilo.

«Deidesheim.»Die Deidesheimer Saubande hat mit einem originellen Hochzeitsgeschenk eine noch junge Tradition begründet. Die Schweinemast nähert sich dem Ende und damit naht der Höhepunkt, das traditionelle Schlachtfest. Derzeit treffen die Jungs die Vorbereitungen. Bereits zum dritten Mal wird eine Schweinelende versteigert.

Der Countdown läuft: So trafen sich die 13 Jungs, die sich der Mast von sieben Duroc-Schweinen verschrieben haben, dieser Tage nicht nur, um einen guten Rieslingschorle zu genießen, sondern um das Schlachtfest vorzubereiten. Bereits am Sonntag heißt es für die Jungs „die Wutz werd g’schlacht“. Auf dem Margarethenhof von Saubande-Mitglied Martin Lucas werden die heißen Kessel ab sechs Uhr in der Frühe dampfen. Die Schweine, die sie seit Mai 2018 auf ihrer Anlage mit viel Freilauf in Deidesheim-Ost leben, haben zwischenzeitlich mit 140 Kilogramm die Schlachtreife erreicht. „Wichtig ist, dass sie nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Fett haben“, sagt Metzgermeister Johannes Stähly. Der 40 Jahre alte Niederkirchener hat beim Schlachtfest das Sagen. „Das Wichtigste ist, dass alles vorbereitet ist und wir in einem Zug auch die Verarbeitung der drei Schweine durchziehen können“, so Stähly. Die übrigen vier Schweine werden wenige Wochen danach geschlachtet. Noch ehe die Tötung der Borstenviecher erfolgt, wird Pfarrer Bernhard Braun, ein großer Freund der Gruppe, die Segnung im Beisein der Saubande-Mitglieder vornehmen. Dann folgt der Abtransport in einen zertifizierten Betrieb in Rödersheim-Gronau, wo die Tötung und auch die Zerlegung der Schweine in Hälften erfolgt. Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Bad Dürkheim wird Fleischproben entnehmen, diese ins Labor schicken und auch einen Trichinenschau vornehmen. Erst wenn die Jungs „grünes Licht“ bekommen, beginnt die eigentliche Arbeit der Hausschlachtung. Johannes Stähly, der zusammen mit Tobias Heimsch das Fleisch verarbeiten wird, hat bereits Gewürze, Därme und Dosen beim Großhändler geordert. Der Plan ist diesmal, das ganze Fleisch der drei Borstenviecher zu Hausmacher zu verarbeiten. „Das Interesse ist so groß, dass wir bis auf eine Schweinelende, die wir wieder für einen guten Zweck versteigern wollen, alles verarbeiten“, sagte Eric Steffen. Die Schweinelenden-Versteigerung findet am Sonntag zum dritten Mal um 15 Uhr mit Auktionator Johannes Eichberger statt. Eric Steffen blickt immer wieder auf das Protokoll seines Kollegen Martin Lucas bei der Gesprächsrunde mit ihrem „Lieblingsmetzger“. Dort ist alles notiert, was es noch vor der Schlachtung zu tun gibt – Einkäufe im Großmarkt, beim Bäcker und bei der Getränkehandlung. Neben der groben Bratwurst wird es Leber- und Blutwurst sowie Schwartenmagen geben. Und zum ersten Mal plant Metzgermeister Stähly, einen Saumagen nach Art der Saubande herzustellen. „Wichtig ist mir bei allem, dass wir trotz viel Spaß hygienisch absolut sauber arbeiten“, sagt Stähly.

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