Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Die Mutter der Rauschgoldengel – Stadtmuseum zeigt Arbeiten der Kunsthandwerkerin Liesel Staab

Ihre ersten Rauschgoldengel schuf Liesel Staab 1928 in München. Von Neustadt aus schickte sie sie später in die ganze Welt.
Ihre ersten Rauschgoldengel schuf Liesel Staab 1928 in München. Von Neustadt aus schickte sie sie später in die ganze Welt.

Der 1988 verstorbenen Hambacher Kunsthandwerkerin Liesel Staab widmet das Neustadter Stadtmuseum seine zweite kleine Ausstellung der Reihe „Verborgene Schätze aus dem Museumsdepot“. Passend zur Jahreszeit steht dabei die wohl populärste Schöpfung der gebürtigen Neustadterin im Zentrum der Präsentation in zwei Vitrinen im Foyer im Hochparterre der Villa Böhm: die Rauschgoldengel.

Die Figürchen, deren Name von der hauchdünnen, goldenen Metallfolie herrührt, die schon bei sanfter Berührung ein leises Knistern erzeugt, sind eine ureigene Erfindung der Künstlerin. Entworfen haben soll Staab sie 1928, als sie nach dem Ende ihres Studiums an der „Staatsschule für angewandte Kunst“ in München den Auftrag erhielt, Weihnachtsschmuck zu „designen“, wie man heute sagen würde. In der Nachkriegszeit wurden die Engel ihr wichtigstes Produkt. Mit der Fertigung – stets in reiner Handarbeit – begann sie oft schon an Ostern. Von Neustadt aus, wohin sie 1945 zurückgekehrt war, lieferte Staab in die ganze Welt. Nicht zuletzt in den USA waren die Rauschgoldengel sehr gefragt. Weil sie so fragil sind, haben sich allerdings nicht viele erhalten. Das Neustadter Stadtmuseum jedoch hat noch etliche in seinem Bestand – in verschiedenen Größen, stehend, schwebend oder fliegend, mit Kerze, Notenblättern oder einem Musikinstrument. Ausdrucksstark sind die mit wenigen Pinselstrichen auf eine Holzkugel gemalten Gesichter. Die Engel sind dabei aber nur eine von zahlreichen Werkgruppen der Künstlerin.

Gezeigt wird im Museum auch ein Fernsehbeitrag über Liesel Staab, der 1963 in der „Abendschau“ des Südwestfunks ausgestrahlt wurde. Zu sehen ist alles bis 5. Januar zu den normalen Öffnungszeiten des Museums.

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