Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Die Blaulichtfamilie spendet Blut

Robert Märtig übernimmt die Blutentnahme bei Polizist Manuel Bosse.
Robert Märtig übernimmt die Blutentnahme bei Polizist Manuel Bosse.

Ein besonderer Blutspendetermin mit Multiplikatorwirkung richtete sich an Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Sie übernehmen damit eine Vorbildfunktion.

Es war kein öffentlich bekanntgegebener Termin zum Blutspenden, denn der Appell des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ging ausschließlich an Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Technisches Hilfswerk und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Mit der Aktion will das DRK jene erreichen, die aus ihrer Tätigkeit wissen, wie wichtig genügend Blutreserven im Ernstfall sind. Doch auch die Vorbildfunktion spielt dabei eine Rolle.

Beim DRK in der Grainstraße war am Freitagnachmittag alles für den Sondertermin vorbereitet. Die ersten Freiwilligen waren für 15 Uhr angemeldet. Das Prozedere ist immer gleich. Zunächst ist eine Anmeldung mit Personalausweis und – wenn vorhanden – auch Blutspendeausweis nötig. Das Ausfüllen eines detaillierten Fragebogens braucht Zeit. Anschließend wird kontrolliert, ob der potenzielle Spender mit den persönlichen Angaben übereinstimmt. Ist derjenige bereits über 18 Jahre alt und wiegt mindestens 50 Kilogramm? Der Spender muss eindeutig deklarieren, ob sein Blut weiterverwendet werden darf. Es ist auch möglich, sich auf Anraten eines Arztes bei besonderen Krankheitsbildern in regelmäßigen Abständen Blut abnehmen zu lassen, ohne dass dieses als Spende anderen Menschen zur Verfügung stehen soll. „Das kommt vor und ist nicht ungewöhnlich“, erzählt Jessica Zinner, Zweite Vorsitzende des DRK Neustadt.

Wichtig: Viel trinken und was essen

Liegt das persönliche Einverständnis vor, wird in einem Arztgespräch geprüft, ob und welche Vorerkrankungen vorliegen, um gegebenenfalls eine Blutspende – auch zur Sicherheit des Spenders – abzulehnen. Gleich bei der ersten jungen Frau, die sich zum Spenden angemeldet hatte, musste der Arzt ihre Teilnahme verneinen. Sie war erst kürzlich aus einer Urlaubsregion zurückgekehrt, die als Malariagebiet eingestuft ist. Ihr Polizeikollege Manuel Bosse konnte an der Aktion wie geplant teilnehmen. Es sei nicht seine erste Blutspende. Bosse begrüßte die gute und einfache Möglichkeit zu helfen. Er sei durch eine Rundmail auf die Aktion aufmerksam geworden. Nach der Blutabnahme müssen die Spender eine Weile sitzenbleiben, anschließend viel trinken und – ganz wichtig – etwas essen, um den Kreislauf zu stabilisieren. Dafür hat das DRK Neustadt mit Getränken, Süßigkeiten, Obst und Pizza eine Auswahl vorbereitet. Als Kooperationspartner bot sich Domino’s Pizza an. „Wir sind ganz glücklich mit der Zusammenarbeit zu Sonderkonditionen, weil es unsere Abläufe sehr vereinfacht“, sagt Zinner.

Hoher Bedarf im Sommer

Früher habe man belegte Brötchen selbst vorbereitet, die Lebensmittel dafür eingekauft und nicht selten vieles, was übrig blieb, wegwerfen müssen. Jetzt bestelle man nur so viel, wie auch tatsächlich gebraucht werde. Das spare Zeit, Geld und Arbeitskraft, bekräftigt Maike Willrich, die die Geschäftsstelle führt.

Zum ersten Mal veranstaltete der Neustadter DRK-Ortsverein speziell für die Blaulichtfamilie die Aktion, berichtete Julia Günthert, Gebietsreferentin des Blutspendedienstes West aus Bad Kreuznach. In anderen Städten, zuletzt in Wörrstadt, hätten diese speziellen Termine bereits erfolgreich stattgefunden. Günthert koordiniert die Blutspendetermine mit den jeweiligen Ortsvereinen. Am Freitag wurden rund 30 Teilnehmer erwartet. Zum Vergleich: An einem öffentlichen Termin in der Berufsbildenden Schule werden regelmäßig etwa 130 Spender gezählt.

Laut Günthert herrscht zurzeit kein akuter Mangel an Blutkonserven. „Die Situation ändert sich jedoch in den Sommermonaten“, sagt sie. Dann seien die Freiwilligen nicht so zahlreich beim Blutspenden aufgrund der Urlaubswochen. Zudem steige erfahrungsgemäß der Bedarf, weil sich mehr Unfälle im Freien ereigneten. Es sei wichtig, dass kontinuierlich gespendet werde, sagt die Gebietsreferentin. Mit einer Blutspende kann drei Menschen geholfen werden. 20 Prozent der Blutkonserven werden für Krebspatienten benötigt.

Info

Der nächste öffentliche Blutspendetermin ist am 29. April. Aktuelle Termine können unter www.blutspende.jetzt mit der Eingabe des Ortes oder der Postleitzahl abgerufen werden.

x