Neustadt Deutsch-französischer Tag wird online „gefeiert“

Die Städtepartnerschaft zu Mâcon besteht seit 1956.
Die Städtepartnerschaft zu Mâcon besteht seit 1956.

Zum deutsch-französischen Tag am Freitag läuft so einiges anders als sonst. Zwar ist der persönliche Kontakt schwierig, aber der Weincampus und Verkehrsexperten der Region haben trotzdem Wege gefunden, die Freundschaft zum Nachbarland zu würdigen.

Vor genau 58 Jahren unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag. Seit 2003 gibt es auf Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Jacques Chirac den deutsch-französischen Tag, an dem einmal mehr die Verbundenheit beider Länder mit Aktionen und Projekten gefeiert wird.

Passend zum Datum sollten zurzeit eigentlich französische Studierende des grenzüberschreitenden Masterstudiengangs Weinbau & Oenologie für zwei gemeinsame Studienwochen am Weincampus in Neustadt weilen, teilt die Studiengangleiterin Maren Scharfenberger-Schmeer. Damit sich die angehenden Önologen der beiden Länder kennen lernen können und im besten Fall ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entsteht. Das erste Semester des noch neuen Studiengangs haben sie in Neustadt beziehungsweise Colmar im Elsass verbracht – wie geplant.

Treffen auf Sommer verlegt

Neben Lehrveranstaltungen, Laborarbeiten und Exkursionen waren für diese Woche auch eine Führung durch die Altstadt und die Schlossgasse in Hambach, eine Filmvorführung im Roxy-Kino und eine Begrüßung durch Oberbürgermeister Marc Weigel im Rathaus angedacht. Die Lehrveranstaltungen finden nun im Internet statt. Und das Programm, finanziell unterstützt durch den 2019 von beiden Regierungen ins Leben gerufenen deutsch-französischen Bürgerfonds, ist auf das Sommersemester verlegt worden.

Das Studium gliedert sich in Präsenzphasen an beiden Hochschulen und insgesamt drei Praxisphasen, die in Weinbaubetrieben am Oberrhein – inklusive der Schweiz – absolviert werden. Wer sich für den deutsch-französischen Master Weinbau & Oenologie interessiert, kann sich für das Wintersemester 2021/2022 ab sofort und bis zum 15. Juli bewerben.

Gelebte Zusammenarbeit

Einer, der die deutsch-französische Zusammenarbeit und Freundschaft das ganze Jahr über lebt und pflegt, ist Werner Schreiner. Der Neustadter ist Beauftragter der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und stark im Kooperationsprogramm Interreg für die Region am Oberrhein involviert. Außerdem ist er Vorsitzender des Expertenausschusses Grenzüberschreitender Personenverkehr. Er verbringt den deutsch-französischen Tag zeitweise im virtuellen Raum, wo er unter anderem mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Volker Wissing und Vertretern aus Frankreich und der Schweiz sowie interessierten Bürgern ab 10 Uhr an der Online-Verkehrskonferenz am Oberrhein teilnimmt.

Ihm geht es nicht nur darum, sich für einen Regiotarif über die Landesgrenzen hinweg im Personenverkehr stark zu machen. Ihm ist auch daran gelegen, Neustadt in der Region Oberrhein bekannter zu machen und damit den Tourismus zu fördern.

65 Jahre Städtepartnerschaft

Ein Beispiel für die Freundschaft ist auch die erste Städtepartnerschaft Neustadts überhaupt mit Mâcon in Burgund, die in diesem Jahr bereits seit 65 Jahren besteht.

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