Neustadt „Der Schnee ist weg!“

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Die Restaurierung der beiden aus der Zeit um 1330 stammenden Wandbilder an der Ostwand der Alten Winzinger Kirche ist beendet. Wahrscheinlich ab August sollen die Gemälde an der Südseite der im 13. Jahrhundert erbauten Kirche restauriert werden. Auch außen präsentiert sich die Kirche anders als bisher: Mehrere Bäume wurden gefällt, da sie morsch waren.

Im Dezember 2015 hatten die in Düsseldorf und Köln ansässigen Restauratoren Kristina Brakebusch, Karen Keller und Stefan Lukas mit ihrer Arbeit an den Wandbildern des Verkündungsengels und der Heiligen Maria begonnen. „Der Schnee ist weg“, freut sich jetzt Ursula Baade, eine der beiden Vorsitzenden des Fördervereins. Der „Schnee“ – das waren viele weiße Flecken auf den beiden Wandbildern. Sie wurden ebenso beseitigt wie kleine Löcher in der Steinwand, auf der die Bilder gemalt sind. „Einige waren winzig, andere deutlich zu sehen“, sagt Kassenwartin Rosel Müller. Außerdem wurden mit einem feinen Pinsel einige Konturen der Motive nachgezogen. Ein feiner Pinsel sei auch bei der Retuschierung der weißen Flecken mit beigen Farbtönen verwendet worden, berichten Baade und Müller. „Das war eine sehr aufwendige und diffizile Arbeit“, haben die beiden festgestellt, als sie den Restauratoren zuschauten. Auch die Löcher zu beseitigen sei viel Arbeit gewesen. „Wir haben uns nicht vorstellen können, wie die Bilder am Ende aussehen werden“, sagt Baade. Das Ergebnis hat beide gefreut. Viele Bildelemente seien wieder zu sehen, die kaum noch zu erkennen gewesen seien. Etwa eine Taube oberhalb des Kopfes des Verkündungsengels. „Es wurde aber nichts ergänzt oder dazu gemalt“, so Baade und Müller. Im unteren Bereich sind beide Bilder so stark beschädigt, dass dort die Motive nicht mehr zu erkennen sind. Baade weiß, dass irgendwann versucht wurde, sie abzutragen und auf Platten aufzubringen. Das sei schief gegangen, und dabei seien die Schäden entstanden. Einige Besucher hätten gefragt, warum diese fehlenden Stellen nicht ergänzt wurden, berichtet Müller. Doch das sei bei Restaurierungen nicht mehr üblich. Die meisten Besucher seien aber begeistert. 32.000 Euro kostet die Restaurierung der beiden Wandbilder. Etwa die Hälfte dieses Betrags sei durch den Verkauf von Bausteinen finanziert, informiert Müller. Wie berichtet, verkauft der Förderverein Alte Winzinger Kirche seit Herbst vergangenen Jahres Bausteine zum Preis von 50, 100 und 250 Euro für die Restaurierung der Wandbilder. Baade und Müller hoffen, dass auch der noch fehlende Betrag durch den Verkauf weiterer Bausteine finanziert werden kann. Zwar hat der Förderverein dank seiner jahrelangen ehrenamtlichen Arbeit einige Rücklagen. Doch die werden für die Restaurierung der Wandmalerei an der Südwand der Kirche benötigt. Das Leben Jesu, von der Geburt bis zur Kreuzigung, ist dort zu sehen. Laut Kostenvoranschlag sind dafür rund 40.000 Euro notwendig. Der Förderverein hofft auf einen Zuschuss der Generaldirektion Kulturelles Erbe des Landes Rheinland-Pfalz. Auch von außen bietet die Alte Winzinger Kirche einen ganz anderen Anblick. Ein Baum am Treppenaufgang zum Außengelände und mehrere Essigbäume an der Nordseite wurden gefällt. Baade bedauert das sehr, doch die Bäume seien morsch gewesen. Außerdem habe sich ein großer Essigbaum-Ast auf das Dach der Kirche gelegt. Viele würden bedauern, dass die Bäume nicht mehr da sind, doch sei das Gotteshaus jetzt besser zu sehen und das Gesamtbild freier und luftiger, sagt Müller. Ob neue Bäume gepflanzt werden, sei noch nicht entschieden. Info Bausteine zugunsten der Restaurierung der beiden Wandbilder im Südteil der Kirche können unter den Telefon 06321/7890 oder 06321/9684838 oder per E-Mail an alte-winzinger-kirche-ev@gmx.de bestellt werden. (ann)

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