Wasserball
Der SC Neustadt in der Dritten Liga und Besonderheiten in der Aufstellung
Das Derby im Stadionbad Neustadt der Dritten Wasserball-Liga Süd zwischen SC Neustadt II und dem ewigen Lokalrivalen Vorwärts Ludwigshafen wurde zwar gegen Ende noch spannend. Doch Gastgeber SCN hatte trotz des knappen 14:13-Erfolgs (4:3, 3:1, 3:4, 4:5) die Fäden jederzeit in der Hand.
Am Beckenrand stand der SCN-Vorsitzende Michael Heinz, der mit Thorsten Preuß den Platz tauschte. Preuß wirkte am Protokolltisch. Heinz wollte im dritten Viertel bei der klaren 10:4-Führung seinen Stammspielern eine Verschnaufpause gönnen und wechselte die zweite Garnitur ein. Vorwärts nutzte dies und verkürzte zunächst auf 8:10. Mit der Mannschaftsaufstellung des SCN II, der mit der Ersten Mannschaft am Tag zuvor in der Zweiten Bundesliga ein schweres Spiel in Uerdingen nur knapp mit 14:17 verloren hatte, hat es eine Besonderheit.
Fünf Spieler an zwei Tagen eingesetzt
Für die Erste Mannschaft mussten neun feste Spieler gemeldet werden, fünf weitere dürfen sowohl in der Zweiten Liga als auch in der neuen Dritten Liga eingesetzt werden. Und so standen Matteo und Luis Ananias, Maksim Bahchevanov, Lizer Perez sowie Lukas und Tim Schwarzkopf an beiden Tagen bereit. „Wir sind gestern erst um Mitternacht heimgekommen und waren den ganzen Tag unterwegs“, erzählte Lukas Schwarzkopf. Die Beine seien schwer, aber es sei noch Energie vorhanden gewesen. Außerdem könne man in der Dritten Liga auch mal etwas ausprobieren. Es sei eine Art gutes Training, so Lukas Schwarzkopf. Der Student der Umweltwissenschaft hat erst im Januar Prüfungen und kann es sich daher erlauben, auch mal zwei Tage hintereinander im Einsatz zu sein.
Sein Bruder Tim studiert ebenfalls. Der 22-Jährige verrät: „Man merkt, dann man gestern noch lange im Auto gesessen hat.“ Doch Heinz wechselte die erste Garnitur nicht etwa aus, weil diese müde war. „Ich wollte den anderen Jungs auch Spielpraxis geben, sie sollen Erfahrung sammeln. Hätten wir heute verloren, hätten wir uns nur selbst geschlagen. Zwischendurch gab es einige Fehler und schlechte Anspiele“, erklärte Heinz.
Ananias’ besonderer Wurf
So war es eine relativ ausgeglichene Partie. Matteo Ananias setzte dabei das Sahnehäubchen zum 8:4 mit einem strammen Schuss mit dem Rücken zum gegnerischen Gehäuse. Ein Extralob verdient SCN-Keeper Kristof Meszaros: Er parierte rund zehn Würfe der Gäste und hatte bei einigen Treffern noch Pech, da er zwar noch am Ball war, den Ball aber nicht abwehrte.
Echte Derbystimmung kam im Stadionbad nicht auf. Es waren mehr Fans der Gäste im Bad als SCN-Freunde. Allerdings war Vorwärts-Betreuer Oliver Görge angesäuert. „Wenn ich nichts Positives sagen kann, schweige ich lieber“, raunte er im Vorbeigehen. Das schiefe Bild wollte er allerdings so nicht stehen lassen und ergänzte: „Unser Team hat gut gespielt, wir haben uns zurück gekämpft. Aber die Leistung der Schiris und am Protokolltisch war schlecht.“
Klatsche fürs U16-Team
Er wollte das nicht weiter erläutern. Ein Blick auf das Spielprotokoll zeigt, Vorwärts kassierte 14 Strafen, der SCN elf. Allerdings nutzte Vorwärts nur 33 Prozent seiner Überzahlchancen. SCN-Coach Michael Heinz sah dagegen eine gute Leistung der Unparteiischen. Er betonte: „Wir haben das Spiel kontrolliert.“ Für Heinz war indes wichtig, dass es noch einen Sieg gab. Neben der Niederlage der Ersten Mannschaft gab es eine 3:31-Klatsche für die U16-Mannschaft der Neustadter im Regionalentscheid gegen Cannstatt. „Also drei Niederlagen an einem Wochenende, das ginge gar nicht“, sagte Heinz, in Personalunion Wasserball-Manager und Vorsitzender des Schwimmclubs.