Neustadt „Der Roboter ist wie ein Maulwurf“

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Über 400 Teams aus aller Welt werden von 21. bis 23. November im olympischen Dorf von Sotschi zur „World Robot Olympiad“ (WRO) antreten. Zwei Jungs von Hannah-Arendt-Gymnasium (HAG) sind in Russland mit dabei: Im Deutschlandfinale in Dortmund haben sich Tom Bartholomä (15) und Philipp Habermehl (16) mit einem zweiten Platz in der Altersstufe Senior der „Regular Category“ den Platz in Sotschi erkämpft (wir berichteten). Tom ist bereits seit fünf Jahren in der Robotik-AG des HAG, Philipp stieß erst vor zwei Jahren dazu. Inzwischen sind die beiden Zehntklässler ein eingespieltes Zweiergespann. „Tom ist der Konstrukteur, Philipp ist für die Programmierung zuständig“, erklärt Walter Becker, der das Team „Legomania 2.0.“ zusammen mit Karl-Heinz Scholz betreut. Und natürlich wollen die beiden ehrgeizigen jungen Konstrukteure in Sotschi gerne gewinnen. Doch die Konkurrenz sei mit 40 bis 50 Teams in der Altersstufe Senior groß, geben Becker und Scholz zu bedenken – vor allem die aus Asien. „Dort ist Robotik zum Teil Schulfach“, sagt Scholz, und Becker schiebt nach: „Malaysia zum Beispiel war letztes Jahr in Indonesien sehr stark.“ Den Roboter, mit dem sie sich in Dortmund qualifiziert haben, werden Tom und Philipp nur als Notfalllösung mit zur WRO nehmen. Das Modell sei auf Sicherheit ausgelegt gewesen und „muss noch ein bisschen verbessert werden“, findet Scholz. In der Altersklasse Senior für 16- bis 19-Jährige gilt es, einen Roboter zu bauen, der Astronauten einer Weltraumstation bei der Wartung von Solarzellen behilflich ist. Der Roboter muss inaktive Solarzellen erkennen und aktivieren sowie beschädigte Solarzellen durch funktionsfähige aus dem Lager austauschen. „Das war bis jetzt von allen Wettbewerben die schwierigste Aufgabe“, findet Becker. Mit dem sogenannten EV3-Baustein verfügt der Roboter über einen kleinen Computer, über den vier Motoren gesteuert werden können. Theoretisch. Denn dieses Jahr seien nur drei Motoren erlaubt, seufzt Tom – und zwei davon würden bereits benötigt, um die Räder anzutreiben. Daher haben die Jungs den Roboter so gebaut, dass er nur einen Teil der geforderten Fähigkeiten hatte, nämlich die beschädigten Solarzellen zu erkennen und zu drehen. Um zu gewinnen, komme es nämlich nicht unbedingt darauf an, einen „wahnsinnig guten Roboter zu bauen“, erklärt Becker. Wichtig sei, dass der Roboter beim Wettbewerb seinen Sinn und Zweck erfülle. Doch für Sotschi soll der Roboter von „Legomania 2.0.“ noch mehr können: nämlich die beschädigten Solarzellen durch funktionsfähige aus dem Lager austauschen. Dafür seien unzählige Programmierschritte notwendig, sagt Philipp. Denn der Roboter wisse von sich aus gar nichts. Man müsse ihm alles sagen. „Man muss sich das so vorstellen“, erklärt Scholz: „Der Roboter ist wie ein Maulwurf, er sieht nichts und hört nichts – alles, was er hat, ist seine Nase.“ In diesem Fall sind das Sensoren, mit denen der Roboter die Farben der beschädigten Solarzellen erkennen muss. Zunächst war das Modell der Jungs nur mit einem Sensor bestückt, doch beim Regionalentscheid in Haßloch habe der Roboter die Farben ab und zu nicht erkannt, erklärt Tom. Deshalb hat der Jungkonstrukteur das Modell vor dem Deutschlandfinale mit einem zweiten Lichtsensor ausgestattet. Um den Roboter zu steuern, benutzen die Jungs eine grafische Programmiersprache, die laut Scholz auch in der Industrie in der Steuerungstechnik eingesetzt wird. „Wenn man sich damit auskennt, ist es später relativ einfach, in dem Bereich auch andere Sachen zu machen“, sagt er. Philipp jedenfalls möchte später Informatik studieren, Tom möchte Lehrer im naturwissenschaftlichen Bereich werden. Damit die beiden mit ihren Betreuern im November zum WRO-Weltfinale nach Sotschi fliegen können, brauchen sie aber noch Sponsoren. Toms Idee: Wer am meisten Geld gibt, darf dem neuen Roboter einen Namen geben.

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