Neustadt Der Konzern hilft und betreut
Als am 17. Oktober 2016 eine Pipeline im Industriehafen Nord explodierte, entstand ein Millionenschaden. Der Wiederaufbau der zerstörten Hafenanlagen wird voraussichtlich noch bis Oktober dauern. Bis dahin sollen sämtliche Spuren des Unglücks getilgt sein. Doch die Katastrophe veränderte das Leben der rund 30 Verletzten und der Angehörigen der vier Toten für immer. Wie kümmert sich die BASF um die Betroffenen? Drei Werkfeuerwehrleute und ein Matrose starben, sieben weitere BASF-Mitarbeiter wurden schwer verletzt. Der Arbeitskreis Mitarbeiterbetreuung der Firma und der werksärztliche Dienst koordinieren nach Konzernangaben seit dem Unglück die Betreuung der Betroffenen und der Hinterbliebenen. Neben Hilfe bei praktischen Fragen wird auch eine psychologische Betreuung angeboten. Miteingebunden sind dabei auch das psychologische Zentrum der BG Klinik in Oggersheim, die sich auf Brandverletzungen spezialisiert hat, sowie die Notfallseelsorge in Ludwigshafen. In einigen Fällen sind Fachärzte und Psychologen hinzugezogen worden. Wie sieht die Hilfe konkret aus? Nach Unternehmensangaben reicht die Hilfe vom Ausfüllen von Formularen bis hin zu Gesprächen und Hausbesuchen. Für Einsatzkräfte, die bei der Katastrophe Kollegen verloren haben, gibt es bei Bedarf eine psychologische Betreuung. Das wird auch den Hinterbliebenen angeboten. Für die 16 bei dem Unglück verletzten externen Mitarbeiter seien deren Firmen zuständig, so die BASF. Was macht das Management? Vorstandsmitglied Margret Suckale und Rolf Haselhorst – zum Zeitpunkt des Unglücks Chef der Werkfeuerwehr – stehen in persönlichem Kontakt mit Verletzten und Angehörigen der drei verstorbenen BASF-Feuerwehrleute, so eine Sprecherin. Sind die Hilfsangebote an die Betroffenen zeitlich befristet? Nein, sagt eine BASF-Sprecherin. „Wir bieten eine Betreuung an, so lange das gebraucht wird.“ Bekommen die Hinterbliebenen der getöteten Feuerwehrmänner Entschädigungen von der BASF? Der Konzern hat kurz nach dem Unglück eine Soforthilfe an besonders Betroffene ausgezahlt. Wie hoch diese Summe ist, darüber macht die BASF keine Angaben. Zudem seien Spenden aus der Belegschaft und von Bürgern weitergeleitet worden. Die BASF hat für alle Mitarbeiter eine obligatorische betriebliche Altersvorsorge, zu der auch ein Hinterbliebenenschutz gehört – also Zahlungen im Todesfall. Für die Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr gibt es außerdem eine Unfallversicherung, die ebenfalls einen Hinterbliebenenschutz vorsieht. Zur finanziellen Höhe gibt es keine Angaben. Was passiert mit Sachschäden bei Mitarbeitern? Auf dem Mitarbeiterparkplatz des Verkehrsterminals, der nur ein paar Meter Luftlinie vom Unglücksort im Hafen liegt, sind durch die Explosion und die Folgebrände rund 20 Autos ausgebrannt. Nach Angaben der BASF wurde dafür Schadensersatz über eine Versicherung des Konzerns geleistet. Wie geht der Konzern mit Kritik von Angehörigen um? Beim zweiten Bürgerforum am 4. April haben die Eltern eines getöteten Feuerwehrmanns Kritik an der BASF geäußert, weil der Konzern die Arbeiten an einer Rohrleitung ausgegliedert hat und am Unglückstag ein osteuropäischer Leiharbeiter einer Fremdfirma das falsche Rohr angeschnitten und so die Katastrophe ausgelöst haben soll. BASF-Werksleiter Uwe Liebelt hat die Kritik zurückgewiesen, es gehe nicht um die Verträge der Arbeiter an der Rohrleitung, sondern um deren Qualifikation und die sei ausreichend gewesen. Ex-Feuerwehrchef Haselhorst und Vorstandsmitglied Suckale haben danach Gespräche mit den Eltern geführt, so die BASF. Zum Inhalt wollte sich der Konzern nicht äußern – „aus Rücksicht auf die Betroffenen“, wie es heißt.