Handball
Der jüngste Spieler im Kader der TSG Haßloch
Das Spiel beim VfL Gummersbach spukt noch in den Hinterköpfen. Es war schließlich die höchste Niederlage der Bären in der laufenden Saison. Daraus macht auch Janik Müller kein Geheimnis. „Wir waren als Mannschaft schon am Boden“, sagt der 19-Jährige. Die 26:40 (12:19)-Niederlage beim Traditionsclub im Bergischen Land war ein Rückschlag, den die Sieben des Trainer-Duos Andreas Reckenthäler und Philipp Rogawski nach vielen personellen Ausfällen in den vergangenen Wochen hatte unbedingt vermeiden wollen.
Trotzdem bleibt die Partie für Janik Müller, dem aktuell jüngsten Spieler im Kader des Handball-Drittligisten TSG Haßloch, auch in guter Erinnerung. Es war erst seine zweite Partie in der Dritten Liga, der Kreisläufer erzielte seinen ersten Saisontreffer zum 40:25. „Es ist schön, gerade bei einem der traditionsreichsten Clubs der Welt den ersten Treffer erzielt zu haben. Auch wenn sich die Emotionen in Grenzen hielten, habe ich mich darüber gefreut“, sagt Müller.
Partie gegen Tabellennachbarn
Jetzt geht der Blick nach vorne. Mit dem TV Gelnhausen erwartet die TSG Haßloch am morgigen Samstag (19:30 Uhr, TSG-Sportzentrum) die nächste schwere Herausforderung. Die Hessen, die aktuell mit 8:4 Punkten direkt hinter den Bären den sechsten Tabellenplatz in der Staffel Südwest belegen, waren mit vier Siegen in Folge gestartet und mussten sich in den beiden vergangenen Partien geschlagen geben.
Müller hat im März sein Abitur am Leibniz-Gymnasium in Neustadt abgelegt. Er ist zuversichtlich, dass die Bären wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. „Wir wollen uns schon für die Niederlage revanchieren. Auch bin ich der Meinung, dass in dieser Staffel jeder jeden schlagen kann“, meint das Eigengewächs der TSG.
Schritt für Schritt
Die Zuversicht schöpft der 19-Jährige, der in Meckenheim lebt und Sohn des einstigen TSG-Akteurs Mischa Müller sowie der Enkel der pfälzischen Trainerlegende Manfred Müller ist, aus der intensiven Vorbereitung auf die kommende Partie. „Viele Spieler sind jetzt wieder zurück. Wir haben uns intensiv mit dem kommenden Gegner beschäftigt“, erzählt Müller. Leidenschaft und Mut benennt der Abiturient als Tugenden, die die Mannschaft vor heimischem Publikum wieder zeigen will. Der Kreisläufer erhält zusätzlich Spielpraxis in der zweiten Mannschaft der TSG in der Pfalzliga, will sich aber mittelfristig in der Dritten Liga etablieren. Genauso wie seine Kameraden Nils Knöringer und Bjarne Hartmann, die seit der laufenden Saison fest zum Drittliga-Kader zählen. „Ich weiß, das ist ein extremer Schritt, aber ich will jede Sekunde im Training als auch im Spiel nutzen, um dieses Ziel zu erreichen“, erzählt Müller.
Die Doppelbelastung ist für ihn nicht neu: „Als A-Jugendlicher bin ich immer wieder in der zweiten Mannschaft zum Einsatz gekommen.“ Dabei sei er es auch gewohnt, körperlich aktiv zu sein. Aktuell absolviert er eine Ausbildung zum Obstbauer beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Neustadt-Mußbach. Aktuell steht die Apfelernte im Mittelpunkt. Mit diesem Schritt signalisierte der junge Mann, dass er gerne in die Fußstapfen seines Vaters Mischa treten möchte, der gemeinsam mit seiner Ehefrau den Lindenhof in Meckenheim führt. Dort steht neben der Landwirtschaft der Obst- und Weinbau im Mittelpunkt. Darüber hinaus setzt Müller gemeinsam mit seiner Familie auf die mobile Freilandhaltung von Hühnern. „Ich liebe es, in der Natur zu sein“, erzählt Müller. Nicht anders ist es bei seiner drei Jahre jüngeren Schwester Alisia, die aktuell eine Ausbildung zur Winzerin absolviert. „Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, gemeinsam mit meiner Schwester den Lindenhof weiterzuführen.“ Noch ist es nicht so weit. „Wir wollen nach unseren Ausbildungen einfach Schritt für Schritt in den Betrieb hineinwachsen“.