Neustadt Der Geißbock ist tot

Geißbock Otmar I. steht schon in den Startlöchern.
Geißbock Otmar I. steht schon in den Startlöchern.

Bittere Ratlosigkeit bei Hans Hundsbichler. Der Hotelier und Steigerer des 615. Deidesheimer Tributbocks „Maximilian“ fand zuletzt den ersteigerten Vierbeiner leblos auf seiner Weide in der Falzthurn. Die sofort eingeleitete Obduktion der Tiermediziner ergab, dass der Geißbock offenbar verendet ist, nachdem er von Wanderern falsch gefüttert worden war. Jetzt wollen die Hoteliers erneut einen Geißbock aus Deidesheim auf ihrer Weide grasen lassen. Stadtbürgermeister Manfred Dörr zeigte sich nach der Mitteilung vom Tod des Tributbocks Maximilian geschockt. Dabei hatte er den Tributbock noch höchstpersönlich am 14. Juli gemeinsam mit Ulrich Eichberger und Eric Steffen dem Steigerer vom Hotel St. Georg zum See und dessen Familie vereinbarungsgemäß übergeben. „So ein Ereignis macht uns unfassbar traurig. Auch weil ich weiß, wie groß die Freude war, als wieder eine Deidesheimer Delegation in Maurach zu Gast war“, sagte Dörr im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Es ist für den Stadtbürgermeister nicht nur eine Freundschaft auf kommunaler Ebene, sondern viele Deidesheimer Bürger seien bereits in Tirol vor Ort gewesen und hätten den Geißbock besucht. „Zuletzt hat mir jemand geschrieben, dass es keinen schöneren Platz für den Geißbock als in Maurach gibt“, erzählte Dörr. „Auch wenn wir keine offizielle Partnerschaft haben, sind wir gute Freunde. Und diese Freundschaft soll nicht durch so eine schlimme Nachricht getrübt werden“. So habe man sich in Deidesheim auf die Suche nach einem weiteren Geißbock gemacht. Und offensichtlich wurde man fündig: Otmar I., ein im Februar geborener, gut gehörnter Bock aus der Zucht von Ulrich Eichberger, soll in der Falzthurn im Karwendelgebirge seine neue Heimat finden. Und zwar als Geschenk: „Es gibt dort eine sehr positive Stimmung wegen der Geißbockfreundschaft, und diese wollen wir erhalten. Da möchten wir ein Zeichen setzen und unsere Freunde unterstützen“, sagt Dörr. Wie Eichberger auf Anfrage mitteilt, gebe es in Deidesheim einen Kreis von Privatleuten mit engem Kontakt zu Maurach, die dem Steigerer den Bock kostenlos überlassen wollen. Laut Eichberger hat Hundsbichler Interesse an dem Jungbock. Bereits zum dritten Mal nach 2005 und 2006 hat Hundsbichler – ebenso wie Herrmann Wegscheider, der frühere Besitzer des Hotels „Vier Jahreszeiten“ – den Deidesheimer Tributbock ersteigert. Das Tier soll nun präpariert werden und in einer Sennhütte einen Platz finden. Die Initialzündung zur heutigen Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden in der Pfalz und Tirol kam von Michael Wegscheider, der damals zur Küchenbrigade von Sternekoch Stefan Neugebauer im „Deidesheimer Hof“ zählte. Genau 3200 Euro legte Hundsbichler nach dem Hammerschlag durch Auktionator Markus Wahl auf den Tisch des historischen Ratssaals und erfüllte damit seine Bringschuld. Besonders froh war Stadtbürgermeister Manfred Dörr, dass die freundschaftliche Bande damit seine Fortsetzung fanden. Und das soll auch nach dem vorzeitigen Tod des 615. Tributbocks Maximilian so bleiben. „Wir werden unsere Freunde in Maurach unterstützen, dass sie wieder einen Deidesheimer Geißbock auf ihrer Alm grasen lassen können“, erklärt Dörr.

Da war der Bock noch quicklebendig: Maximilian mit Ersteigerer Hans Hundsbichler, dem Maudacher Bürgermeister Sepp Hausberger un
Da war der Bock noch quicklebendig: Maximilian mit Ersteigerer Hans Hundsbichler, dem Maudacher Bürgermeister Sepp Hausberger und Deidesheims Stadtbürgermeister Manfred Dörr (von links) bei der Übergabe.
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