Neustadt „Der erste wirklich weite Flug, eine Weltreise“

Tim Hellwig hat bei den Europameisterschaften in Tartu bereits zwei Silbermedaillen gewonnen.
Tim Hellwig hat bei den Europameisterschaften in Tartu bereits zwei Silbermedaillen gewonnen.

«Neustadt.»Ob der Neustadter Triathlet Tim Hellwig bei den kommenden Weltmeisterschaften am 15. September zum Goldjungen in der Altersklasse der Junioren wird, soweit möchte sich in Expertenkreisen niemand aus dem Fenster lehnen. Aber der 19-jährige Blondschopf fühlt sich sehr gut auf seine zweite Weltmeisterschaftsteilnahme vorbereitet.

Im Juli brachte er von den Europameisterschaften in Tartu zwei Silbermedaillen mit (wir berichteten am 21. und 25. Juli). Damit sicherte er sich auch das Ticket nach Australien. An der Goldküste in Southport (Broadwater Parklands) geht es zunächst für 750 Meter Schwimmen in den Ozean, dann folgen 20 Kilometer Radfahren und ein Lauf über fünf Kilometer. Hellwig trainierte in den vergangenen Wochen sehr intensiv. Neben den Einheiten im Olympiastützpunkt in Saarbrücken gab es Mitte August auch einen mehrtägigen Aufenthalt im Bundesleistungszentrum Kienbaum in Brandenburg. Dort sorgten die Nachwuchsbundestrainer für ein hartes Trainingsprogramm. „Es gab drei Einheiten täglich. Der Tag bestand aus Training, Essen, Schlafen, Physiotherapie und Regeneration“, erzählt Hellwig. Vorm Frühstück ging es schon ins Wasser zum Schwimmen, am Vormittag folgte eine lange Radeinheit zwischen 60 und 120 Kilometern. Nach der Mittagsruhe war intensives Lauftraining angesetzt. Immerhin gab es nach drei Belastungstagen einen Tag zum Ausruhen. „Da stand Schwimmen und Krafttraining auf dem Programm“, erzählt Hellwig. Er bezeichnet seine Form momentan als „sehr gut“. Das sehe er an den im Training erzielten Zeiten, aber auch daran, wie gut er die jeweiligen Einheiten weggesteckt habe. Er sei trotz der Intensität nie komplett erschöpft gewesen. In den kommenden Tagen wird das Training heruntergefahren, in Saarbrücken stehen dann mehr kürzere, aber schnellere Einheiten auf dem Programm. Hellwig freut sich auch auf seinen letzten Wettkampf vor Australien. Dann startet er zum ersten Mal in einem Elite-Wettbewerb. Am kommenden Samstag geht es in Szekesfehervar in Ungarn um einen echten Härtetest. Dann aber naht der Abflug: Am 4. September fliegt das deutsche Team nach Brisbane. „Der Wettkampf ist am 15. September. Aber wir wollen uns der dortigen Zeit und den Gegebenheiten anpassen. Deswegen reisen wir früh an. Zur Vorbereitung zählt auch das Inspizieren der Strecken“, betont Hellwig. Für ihn ist es „der erste wirklich weite Flug, eine Weltreise“. Bislang war er nur in Europa unterwegs. „Ich freue mich sehr auf das Erlebnis. Australien ist eine ganz andere Umgebung, es gibt eine völlig andere Mentalität. Viele sagen, dass es dort sehr schön sei. Ich bin wirklich gespannt“, verrät Hellwig. Wenn alles gut läuft, kann er auch in Australien zweimal an den Start gehen. Neben dem Einzelwettkampf gibt es auch einen Teamwettbewerb über die Sprintdistanz von 250 Meter Schwimmen, sieben Kilometer Radfahren sowie 1,7 Kilometer Laufen. „Das entscheidet sich nach meinem ersten Start, wer nominiert wird. Denn das Team setzt sich auch aus älteren Athleten der Altersklasse U23 zusammen. Aber der Bundestrainer Thomas Möller hat gesagt, ich habe gute Chancen“, freut sich Hellwig. In den Tagen vor dem Start lebt er jetzt nach der Devise: „Gesund bleiben, das harte Training überstehen. Aber wenn ich dann im Flieger sitze, ist alles in Ordnung.“

x