Neustadt Der Beste kommt aus Kirchheim

Alles begann mit dem Sprayen in Omas Garage: Nun wurde Philipp Schmidt als bester Auszubildender ausgezeichnet.
Alles begann mit dem Sprayen in Omas Garage: Nun wurde Philipp Schmidt als bester Auszubildender ausgezeichnet.

Philipp Schmidt aus Kirchheim wird Anfang Dezember als bester deutscher Auszubildender zum Mediengestalter Digital und Print, Fachrichtung Konzeption und Visualisierung, in Berlin ausgezeichnet. Schmidt hat sich in seiner Fachrichtung unter insgesamt 302 Absolventen durchgesetzt, wie die IHK auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilte.

Sein Hobby zum Beruf machen – diese Idee setzen nur Wenige in die Tat um. Einer von ihnen ist Philipp Schmidt (24) aus Kirchheim. Im Sommer hat er seine Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print abgeschlossen – als Bester Deutschlands. Alles fing in der Garage von Philipps Oma in Kirchheim an. „Borsch, bevor du drauß’ rumfliegscht, mol lieber in de Garag.“ Sagte Oma, als ihr Enkel mit dem Sprayen begann. Damals war Schmidt noch im Leininger-Gymnasium, wo er 2014 sein Abitur mit einem Schnitt von 3,6 machte. Zu dieser Zeit habe er bereits Kontakte zur Graffiti-Szene in Mannheim geknüpft und legal im ehemaligen Skaterpark in Grünstadt gesprüht. Als die Oma ihre Garage zur Verfügung stellte, habe er mit seinem Freund Simon Kurpick aus Kirchheim die ersten Großflächen besprüht. „Dann kam der erste Auftrag von Fiji`s Lounge in Grünstadt, die ein Logo haben wollten, und wir dachten, okay, wir versuchen es mal“, erinnert sich Schmidt. In den Folgejahren kamen immer mehr Aufträge hinzu, sprühte er doch mit seinem Freund Simon im Lasertag und an der A-la-Hopp-Anlage in Grünstadt. Alles parallel zum Abitur. Da er für einen Studienplatz zum Kommunikationsdesigner mehrere Semester hätte warten müssen, entschied sich Schmidt für eine duale Ausbildung zum Mediengestalter bei einer Agentur in Mannheim. „Während der gesamten Ausbildungszeit von drei Jahren habe ich mit Simon weitergearbeitet, oft bis spät in die Nacht“, erzählt Philipp Schmidt. Während andere ausgingen, habe er am Computer oder auf den Block gezeichnet und mit Simon Kurpick Designs entwickelt. 2016 machten sich die beiden kreativen Köpfe mit einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts als „Fips&Foxy“ selbstständig. „Unser Büro haben wir im Haus meiner verstorbenen Oma in Kirchheim eingerichtet, ich bin somit ,back to the roots’, denn in der Garage sind noch meine ersten Graffiti an den Wänden“, sagt Schmidt lachend. Seine Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print, Fachrichtung Konzeption und Visualisierung, hat er im Sommer als Bester der Kammer Rhein-Neckar mit einem Notendurchschnitt von 1,2 abgeschlossen. Schulisch zog er die Ausbildungszeit mit einem Schnitt von 1,0 durch. „Nachdem die Auswertung der verschiedenen Kammern abgeschlossen war, war ich auch landesweit und schließlich sogar bundesweit der Beste.“ Die landesweite Ehrung findet in Konstanz statt, zur bundesweiten Ehrung reist er am 3. Dezember nach Berlin. Nach seiner Ausbildung sei er zunächst für drei Monate in Vollzeit in seiner Firma eingestiegen, drücke aber seit September nochmals die Schulbank für den Medienfachwirt, der mit dem Meisterbrief im Handwerk vergleichbar sei, und für die Ausbildereignungsprüfung. „Ich möchte auch andere ausbilden können, um zu zeigen, dass man etwas werden kann, auch wenn es in der Schule nicht so klappt“, sagt er und grinst. Sein Freund und Geschäftspartner Simon Kurpick hat seinen Job in der Telekommunikationsbranche an den Nagel gehängt und arbeitet Vollzeit für Fips&Foxy. Schmidts Ziel ist es, die Selbstständigkeit auszubauen und nach und nach ein Team zu bilden. Kontakt fipsfoxy.de, Telefon 0174/6576888.

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