Leichtathletik Deidesheimer U20-Läufer beeindrucken bei Berglauf-DM

Wieder im Tal (von links): Christian Stengl, Heiner Oehl, Florian Kegler und Leo Lattke nach bestandener Herausforderung.
Wieder im Tal (von links): Christian Stengl, Heiner Oehl, Florian Kegler und Leo Lattke nach bestandener Herausforderung.

Deidesheimer Nachwuchsläufer erklimmen neue Höhen: U20-Team holt sensationell Silber bei den deutschen Berglauf-Meisterschaften.

Kann man sich als reiner Flachländer mit Trainingsläufen im GDA-Treppenhaus in Neustadt erfolgreich auf den anspruchsvollsten deutschen Berglauf mit 9,7 Kilometern Länge und 1420 Höhenmetern vorbereiten? Man kann, denn überraschend holten bei den deutschen Berglauf-Meisterschaften in Oberstdorf Leo Lattke, Christian Stengl und Florian Kegler die Team-Vizemeisterschaft der Klasse U20 für die TSG Deidesheim.

Im Freien waren in den vergangenen acht Monaten der intensiven Vorbereitung der Pechsteinkopf, der Eckkopfturm, der Stabenberg rund um Deidesheim oder der Nollenkopf bei Hambach bei ihren Trainingsrunden fast so etwas wie ein zweites Wohnzimmer für das Trio geworden, und gelegentlich wurden Einheiten an den Steillagen der Mosel eingestreut. Die Qualifikation für die Titelkämpfe gelang durch den Sieg im Pfälzer Berglaufpokal, den man 2024 fast nach Belieben dominierte. Doch die Herausforderung eines Rennens mit der unter den 650 Teilnehmern vollständig vertretenen deutschen Berglaufelite vom Tal in Oberstdorf bis zum Gipfelkreuz des Nebelhorn auf 2224 Meter war dennoch groß.

Taktik geht auf

„Oben ankommen“, hieß daher vor dem Rennen die Devise des ebenfalls mitlaufenden Trainers Heiner Oehl. Zusätzlich motiviert durch die vollständig angereiste Vorstandschaft der TSG Deidesheim, gingen seine Schützlinge auf die Strecke. Bei zunächst noch recht angenehmen 23 Grad setzten sie danach bis zu Kilometer sechs auch die ausgegebene Taktik perfekt um und sparten damit Kraft für die letzten schwierigsten Kilometer mit Steilpassagen bis zu 30 Prozent unter einer jetzt sengenden Sonne. „Da kommt auch die Steigung in der „Großen Hohl“ in Deidesheim nicht mit. Solch eine anspruchsvolle Strecke kann man in unserer Gegend nicht simulieren“, sagte Heiner Oehl.

Gerade im letzten Abschnitt des Rennens bewies aber mit Leo Lattke der jüngste des Deidesheim Aufgebots sein großartiges Ausdauervermögen. Mit 1:29,43 Stunden lief er, ebenso wie seine Mitstreiter von der mitgereisten TSG-Delegation und den Eltern am Gipfel frenetisch angefeuert, ein beeindruckendes Rennen zu Ende und belegte den elften Platz in der Altersklasse U20. Im Gesamtklassement kam er mit dieser Zeit auf Platz 133.

Keglers Kämpferherz

Christian Stengl aus Hambach, speziell für den Berglauf-Start in Absprache mit seinem früheren Verein LC Haßloch nach Deidesheim gewechselt und eigentlicher Mittelstreckenläufer, lief unmittelbar dahinter auf den zwölften Platz der U20 in 1:33,08 Stunden. Florian Kegler aus Meckenheim hatte in den ersten drei Monate in der Vorbereitung wegen eines Unfalls verletzungsbedingt pausieren müssen. Doch auch er überraschte mit seinem Kämpferherz und lief auf den 13. Platz (1:34,38). Die drei Neustadter Gymnasiasten kamen in der Mannschaftswertung damit auf den zuvor nie für möglich gehaltenen zweiten Platz bei den deutschen Meisterschaften der U20 hinter dem SSC Hanau-Rodenbach.

Auch Trainer Heiner Oehl startete in Oberstdorf trotz seines Einsatzes kurz zuvor als Teamorganisator und Mitläufer beim Dorflauf in Niederkirchen der auf dem zweiten Platz gelandeten „Schweißperlen“. Oehl, der eher auf der Mittelstrecke zu Hause ist und noch vor drei Wochen Pfalzmeister über 800 Meter geworden war, erlief in 1:35,22 Stunden in der Altersklasse M 55 den 20. Platz unter 74 Startern und war danach von dem Erlebnis Nebelhorn-Berglauf tief beeindruckt: „Die Anreise, unsere Ferienwohnung mit einer kurzen Entfernung zum Startpunkt, aber auch die Organisation des Rennens und die Siegerehrung waren einfach top.“

x