Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel „Deidesheimer Musikherbst“ bietet 2019 drei Konzerte, einen Gottesdienst und eine Orgelfahrt

Das Mannheimer Violin-Duo „The Twiolins“ gestaltet am 5. Oktober das erste Konzert des Festivals.
Das Mannheimer Violin-Duo »The Twiolins« gestaltet am 5. Oktober das erste Konzert des Festivals. Foto: Asmus

Der „Neustadter Herbst“ läuft noch auf vollen Touren, doch auch der wesentlich traditionsreichere „Deidesheimer Musikherbst“ wirft schon seinen Schatten voraus. Zum Start der 22. Auflage am 13. September gibt es wieder eine Orgelfahrt. Danach stehen drei Konzerte sowie ein Festgottesdienst zum kleinen Jubiläum der Frauenschola St. Ulrich auf dem Programm.

Deidesheim. Der Konzertreigen startet am Samstag, 5. Oktober, um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Ulrich, der Keimzelle des von Stadt und Kirchengemeinde gemeinsam auf den Weg gebrachten „Musikherbsts“. Hier tritt zum zweiten Mal nach 2015 das junge Mannheimer Violin-Duo „The Twiolins“ an. Die Geschwister Marie-Luise und Christoph Dingler adaptieren dabei Gidon Kremers Projekt „Eight Seasons“ und stellen den auf zwei Violinen reduzierten „Vier Jahreszeiten“ Antonio Vivaldis Astor Piazzollas Tango-„Jahreszeiten“ gegenüber, wofür Christoph, der inzwischen den Nachnamen Asmus trägt, sogar zur Viola wechselt.

Das Klezmer-Ensemble„Jontef“ verbindet Musik mit jiddischen Wortbeiträgen

Einen Wechsel, und zwar einen Ortwechsel, gibt es auch beim zweiten Konzert der Musikreihe, denn dieses findet am Sonntag, 13. Oktober, um 18 Uhr in der ehemaligen Deidesheimer Synagoge in der Bahnhofstraße statt. Das erklärt sich allerdings recht gut aus dem Programm, denn zu Gast ist das Tübinger Klezmer-Ensemble„Jontef“, das 1988 von dem selbst aus Israel stammenden Sänger und Schauspieler Michael Chail Langer mit zwei Musikerkollegen zunächst als Trio gegründet wurde. Inzwischen tritt man sogar zu viert auf und ist dabei nach eigenen Angaben, die einzige Klezmer-Gruppe in Deutschland, die die Musik der osteuropäischen Stetl mit originalen jiddischen Wortbeiträgen verbindet. Die trägt natürlich Langer als jiddischer Entertainer, Sänger und Geschichtenerzähler vor.

Den Abschluss des „Musikherbst“ gestalten – nun wieder in St. Ulrich –, wie es schon eine kleine Tradition ist, auch in diesem Jahr am Samstag, 26. Oktober, um 19 Uhr die Vokal- und Bläserensembles von „Palatina Klassik“ unter Leitung des früheren Speyerer Domorganisten und -kapellmeisters Leo Kraemer, der dabei erneut mit einer Eigenkomposition aufwartet: einer Kantate zu Ehren der Gottesmutter, bei auch die Zuhörer zum Mitsingen aufgefordert sind. Ansonsten stehen eine Psalmvertonung von Mendelssohn, Auszüge aus der „Heldenmusik“ von Telemann, Bruckner „Ave Maria“ und eine anonyme Festfanfare auf dem Programm. Solist an der Violine ist Robert Frank, langjähriger Konzertmeister des Mannheimer Nationaltheaters. Die Orgel spielt Festivalleiterin Elke Voelker.

Die Orgelfahrt zum Auftakt führt an Donnersberg und Glan

Eine Woche zuvor, am Sonntag, 20. Oktober, um 10.30 Uhr steht in St. Ulrich außerdem ein Festgottesdienst an, mit dem das fünfjährige Bestehen der von Marie-Luise Birkhofer geleiteten „Frauenschola St. Ulrich“ gefeiert wird, die bei dieser Gelegenheit drei Werke zeitgenössischer Komponisten singt. Und zum Auftakt des „Musikherbsts“ gibt es schon am Freitag, 13. September, eine von Elke Voelker selbst geleitete ganztätige Orgelfahrt zu den berühmten Stumm-Orgeln in der Paulskirche in Kirchheimbolanden und Schlosskirche in Meisenheim am Glan. Auch ein Besuch des Orgel-Art-Museums in Windesheim mit seinen 30 Instrumenten steht auf dem Plan. Alle Orgeln werden von Voelker in Kurzkonzerten vorgestellt.

Noch Fragen?

Karten für alle drei Konzerte (15/12 Euro) bei der Tourist-Info Deidesheim (06326/96770). Dort auch Anmeldung für die Orgelfahrt (79 Euro). Der Eintritt zum Festgottesdienst ist frei.

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