Neustadt
Deidesheim: Zahnärzte helfen in Ruanda
In Ruanda arbeiten derzeit 34 akademisch ausgebildete Zahnärzte – doppelt so viele wie 2016. Um die zahntechnische Versorgung dort noch weiter zu verbessern, hat der Verein Dental Roots (Zahnwurzeln) es sich zur Aufgabe gemacht, Wissen und Ressourcen an die Kollegen weiterzugeben.
Franz-Josef Ratter, pensionierter Zahnarzt aus Deidesheim und Vorsitzender des Vereins „Dental Roots“, beschreibt das Motto der Arbeit als „Hilfe zur Selbsthilfe“. „Primär geht es um den zahnmedizinischen Austausch“, erklärt er. Aus diesem Grund haben sich auch in diesem Jahr im Oktober vier Mitglieder des Vereins auf eine achttägige Reise nach Ruanda begeben. Diesmal sei es hauptsächlich eine Organisationsreise gewesen, um ein Projekt im Frühjahr nächsten Jahres vorzubereiten, berichtet Ratter.
Austausch im Frühjahr 2020
Im Februar 2020 soll ein zweiwöchiger Austausch mit ruandischen Zahnmedizinern stattfinden. Um die zwölf Helfer aus ganz Deutschland – darunter Ratter selbst sowie der zweite Vorsitzende des Vereins, Jürgen Raven aus Maikammer, werden dann in das rheinland-pfälzische Partnerland fliegen, um sich dort mit den afrikanischen Kollegen auszutauschen und zu helfen.
Doch auch auf ihrer Reise im Oktober waren die drei Zahnärzte und ein Unfallchirurg nicht untätig: Sie machten eine Bestandsaufnahme der vier bestehenden Behandlungszentren, die Dental Roots schon vor Ort errichtet hat. Außerdem hielten sie Ausschau nach einer potenziellen Partnerschule sowie nach einem jungen motivierten und begabten Menschen, der seine Zahntechniker-Ausbildung – finanziert von Dental Roots – gerne in Deutschland absolvieren würde. Schließlich schlossen sie eigenhändig ein Sterilisationsgerät an, das sie im letzten Jahr mitgebracht hatten, da es der ruandischen Klinik seitdem nicht gelungen war, einen Druckluftverteiler zu besorgen.
Elektrische Geräte warten
Vor allem an Gerätetechnikern, die sich um derartige elektrische Geräte sowie die zahntechnischen Instrumente kümmern, damit diese möglichst lange in einem guten Zustand bleiben, fehle es in Ruanda, so Ratter. Auch die Ausstattung der zahnmedizinischen Behandlungsräume sei in den meisten Kliniken in einem „basic“-Zustand, wie es heißt. Also ausbaufähig. Kleinere Behandlungen können Ärzte und Zahntherapeuten durchführen, aber Kieferchirugie, Prothesen, Brücken und Ähnliches seien kaum möglich in dem afrikanischen Land. „Das medizinische Fachpersonal ist generell sehr eingeschränkt“, sagte Ratter. Und so werden die deutschen Mediziner immer mit offenen Armen empfangen.
Dental Roots ist seit 2009 aktiv und zählt inzwischen 16 Mitglieder, zu denen nicht nur Zahnärzte gehören. Etwa jährlich reist eine Delegation an (Zahn-)Medizinern nach Ruanda, um zu lehren, zu arbeiten und den Fortschritt zu beobachten. Der Verein freut sich über jede Spende, mit der er weitere Instrumente, Geräte und Ausbildungspersonal bezahlen kann.