Neustadt
Deidesheim: Messdiener und Geflüchtete meistern 72-Stunden-Aktion
Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, die gemeinsam etwas Neues schaffen – das war das Ziel eines dreitägigen Projekts in der Deidesheimer Pfarrei Heiliger Michael. Den Auftrag für die 72-Stunden-Aktion erhielten die jungen Leute in einem besonderen Umschlag.
Bei der Auftaktveranstaltung zum 72-Stunden-Projekt vor dem Speyerer Dom erhielten die 35 Messdiener der Pfarrei Heiliger Michael am Donnerstag einen Umschlag. Darin enthalten war die Aufgabe für die folgenden drei Tage: Mit 15 Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien der Verbandsgemeinde Deidesheim sollten die Messdiener kreativ werden und gemeinsam etwas Neues schaffen. Dabei sollten auch die unterschiedlichen Herkunftsländer der Beteiligten thematisiert werden. Das Motto: „Wo man singt, da lasst euch ruhig nieder – Musik und Sprache verbinden – auch über 72 Stunden hinaus.“
Sprachbarriere kein Problem
Wie Pastoralreferentin Stefanie Müller berichtet, fanden die jungen Leute schnell als Gruppe zusammen. Sprachbarrieren schienen kein Problem zu sein. Die Gruppe entschied, „etwas Bleibendes“ zu bauen. Die Idee: ein Tisch aus Holz mit zwei festverankerten Bänken. Dieser sollte einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu essen.
Zudem gestalteten die Kinder und Jugendlichen einen Wegweiser, der die Entfernungen zu den jeweiligen Geburtsorten der Projektteilnehmer in Kilometer angibt. So wurden nicht die Entfernungen zu Orten in der Pfalz, sondern auch zu Orten in Syrien, Afghanistan, Chile, Frankreich und im Iran dargestellt. Für die Bank und den Wegweiser wird noch ein dauerhafter Standort gesucht. Eine Idee war, beides in der Nähe der Michaelskapelle aufzustellen, da diese Stelle bei Mitgliedern der Pfarrei und auch bei Wanderern beliebt sei. „Jeder hat seine Aufgabe gefunden und sich eingebracht“, berichtet Müller. Bei den täglichen Morgengebeten und der Lagebesprechung brannte die Aktionskerze.
Bischof Wiesemann zu Besuch
Die Eltern versorgten die Kinder mit vielen Leckereien. Es wurden Tänze aus den Kulturkreisen einstudiert und ein aus 20 einzelnen Feldern großflächiges Bild der Welt erstellt. Am Samstag besuchte Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer die Aktionsgruppe.
Am Sonntagnachmittag wurden die Ergebnisse beim Hoffest des Pfarrgutes präsentiert: Beim Flashmob tanzten die Teilnehmer und präsentierten die Bank mit dem Wegweiser. Unter viel Applaus führten die jungen Leute die Ergebnisse ihrer Arbeit vor und feierten anschließend ausgiebig. „Es wurden neue Bekanntschaften geschlossen und der Grundstein für weitere gemeinsame Vorhaben gelegt“, so Müller.