Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Lichterketten statt Böller an Silvester?

Silvesterfeuerwerk – ja oder nein? Im Deidesheimer Stadtrat gehen die Meinungen auseinander.
Silvesterfeuerwerk – ja oder nein? Im Deidesheimer Stadtrat gehen die Meinungen auseinander. ARCHIVFoto: cha

Nach Silvester ist vor Silvester. Der Deidesheimer Stadtrat hat sich diese Woche mit der Frage eines generellen Feuerwerksverbots auseinandergesetzt. Beantragt haben ein solches Verbot die Grünen.

Die Grünen-Fraktion im Deidesheimer Stadtrat fordert, dass ab Silvester 2020 privates Feuerwerk in Stadt und Flur untersagt wird. Fraktionssprecherin Ruth Ratter argumentierte in der Stadtratssitzung am Dienstag, dass Deidesheim als Città-slow-Stadt Umweltschutz und Nachhaltigkeit verschrieben sei. Die Lärm- und Luftverschmutzungen, die durch die „Böllerei“ entstünden, seien in keinster Weise zu rechtfertigen. Außerdem kritisierte sie: „Auch jetzt liegt noch Dreck davon in der Flur herum.“ Ratter ist überzeugt davon, dass Deidesheim in der Lage ist, sich Alternativen zu überlegen, so wie es andere Großstädte und Inseln auch schon getan hätten: „Wir wollen zündende Ideen ohne Krach und Schmutz.“ Als Beispiel nannte sie die Verteilung von bunten Lichterketten in der Innenstadt an Silvester.

Gegen Verbote

Doch die anderen Fraktionen waren sich schnell einig: Ein Feuerwerks-Verbot sei der falsche Weg. „Verbote nutzen meines Erachtens wenig“, stellte Achim Schulze, Fraktionsvorsitzender der SPD, klar. Stefan Hebinger, Fraktionsvorsitzender der CDU, sieht das ähnlich: „Wir sind dabei, wenn es darum geht, den Bürgern Anregungen zu bieten, sich Alternativen zu suchen, aber ein formelles Verbot ist nicht der richtige Weg, zumal wir es nicht umgesetzt bekommen.“ Außerdem bestünde die Gefahr, dass Feuerwerke sich durch solch eine Anordnung in die Flur verlagerten.

Auch Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) sieht ein Problem darin, die Einhaltung eines potentiellen Verbotes zu überwachen. Des Weiteren gebe es zu bedenken: „Viele reagieren allergisch auf Verbote und machen es dann erst recht.“ Doch auch er stimmt den Grünen zu, dass das Bewusstsein der Bürger gestärkt werden muss.

Antrag zurückgezogen

Abschließend sagte Dörr, dass er das Thema bei der Frühjahrssitzung der Città-slow-Städte ansprechen wolle. Darüber hinaus schlug er vor, dass jeder sich Gedanken über die Angelegenheit mache, um in einer späteren Stadtratssitzung des Jahres eine Entscheidung treffen zu können. Die Grünen erklärten, sie würden den Antrag zurückziehen und im Sommer einen neuen einreichen.

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