Neustadt
Deidesheim: Labyrinth des Lebens eröffnet
Mit einer kleinen Feierstunde weihten die IGS Deidesheim-Wachenheim, das Deidesheimer Caritas-Altenzentrums Stiftung Bürgerhospital und die Lebenshilfe Neustadt das generationenübergreifende Projekt „Steine, die verbinden“ ein.
Die Menschenschlange, die sich durch die Windungen des Labyrinths bewegt, ist so bunt, wie die mit Acrylfarbe und leuchtenden Fantasiemustern bemalten Pflastersteine, die es begrenzen. Wer sich in dem Labyrinth bewegt, behält aufgrund der fehlenden Mauern den Überblick. Der Gang zwischen den vielen, verschiedenen Steinbildern beinhaltet etwas Meditatives. „So haben wir es uns gewünscht“, sagt Projektleiterin Tonja Hager von der IGS. Einfach einmal eine Spur zurückzuschalten und im übertragenen Sinn den gewundenen Pfad als nur selten geradlinig verlaufenden Lebensweg zu begreifen, der aber trotzdem zum Ziel führe, sei eine der Ideen hinter dem Projekt gewesen. „Es soll aber auch Alt und Jung, behinderte und nicht behinderte Menschen miteinander ins Gespräch bringen“, erhofft sich Hager.
Bereits im Februar hatten Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren, sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Georg-Jungmann-Wohnheims der Lebenshilfe Neustadt begonnen, an wechselnden Orten zunächst 850 Steine zu bemalen (wir berichteten). Groß sei die Freude gewesen, als der Fachmann für Gartengestaltung aus Deidesheim, Frank Offenbach, zugesagt habe, das Projekt zu begleiten, erzählt Hager. „Ich habe ja zuerst Zweifel an der Umsetzbarkeit gehabt“, erklärt der IGS-Schulleiter Georg Dumont. Doch als sich dann nach den Sponsoren - der Stiftung des Landkreises Bad Dürkheim, der Frank Leyden Stiftung und dem Steinspender Hornbach Baumarkt - auch noch der fachliche Beistand in Offenbach gefunden hätte, sei er optimistisch geworden. Nun habe Hager bei ihm „einen Stein im Brett“, erklärt er und lacht.
Fotowand als Erinnerung an das Projekt geplant
Wenn Offenbach genau rechnet, seien sogar 150 bemalte Pflastersteine mehr nötig gewesen. Der Gartengestalter schildert die Arbeitsschritte mit den zahlreichen Freiwilligen, die sich viele Stunden ehrenamtlich engagiert hätten. Zuerst hätten sie die wild bewucherte Wiesenfläche auf dem rund 100 Quadratmeter großen Areal freigelegen müssen. Dann habe er das Areal ausgebaggert. „Zahlreiche Helfer haben 20 Tonnen Schottergemisch Eimer für Eimer über die Mulde verteilt. Verdichtet hat es die Grundlage für die als Wegemarkierung in Estrich gelegten Steine gebildet“, erzählt Offenbach.
Entstanden sei ein ansprechendes, pflegeleichtes Areal, das zum Verweilen einlade, freuen sich die Leiterin der Bürgerstiftung Verena Renner und Heinz Busch, Vorstandsvorsitzender der Neustadter Lebenshilfe. Dumont verteilt nach kurzen Ausflug in die griechische Mythologie als Dank für das gelungene Projekt kleine Präsente an besonders engagierte Mitstreiter. Senior Wilhelm Hageni hat die meisten Steine bemalt. „Es wird noch eine Fotowand als Projekterinnerung in der Schule geben“, verspricht Hager.