Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Hotels an Adventswochenenden ausgebucht

Der Deidesheimer Weihnachtsmarkt ist weit über die Region hinaus beliebt.
Der Deidesheimer Weihnachtsmarkt ist weit über die Region hinaus beliebt. ARCHIVFoto: Mehn

Interview: Der Deidesheimer Weihnachtsmarkt geht in die letzte Runde. Von Freitag bis Sonntag sind die über hundert Stände nochmals geöffnet. Wie die bisherige Bilanz ausfällt, erklärt Stefan Wemhoener, Leiter der Tourist Service GmbH.

Herr Wemhoener, sind Sie zufrieden mit der Resonanz?
Ich würde sagen: vorsichtig zufrieden. Wir hatten dieses Mal hart mit den Wetterkapriolen zu kämpfen. Unter diesem Aspekt war es einer der schwierigsten Märkte der vergangenen Jahre. Der Freitag des dritten Adventwochenendes war der wohl schlechteste Freitag seit Langem. Ein Aussteller hat es mit einem Wort zusammengefasst: gruselig. Insgesamt sind wir aber einigermaßen zufrieden.

Deidesheim legt stets Wert darauf, den kommerziellen Charakter etwas zurückzudrängen. Dazu gehört auch, dass Produkte von sozialen Einrichtungen angeboten werden. Haben die überhaupt eine Chance?
Wir versuchen, das hinzubringen. Wir handhaben es immer so, dass das Verhältnis von Kunsthandwerk zu Essen und Trinken bei 6 zu 1 oder sogar 7 zu 1 liegt. Die Vertreter der Essensstände zahlen außerdem eine höhere Standgebühr, so dass wir bis zu einem gewissen Grad eine Quersubventionierung haben. Wenn an einem Stand etwas aufgeführt wird, wird die Gebühr nochmals reduziert.

Und es hat noch nie jemand gegen die höheren Gebühren der Essensstände protestiert?
Nein. Wir kommunizieren das zuvor bei einer Beschickerversammlung. Da erklären wir zum Beispiel, dass das Thema Helfen für den Advent wichtig ist. Die Vertreter der Essensstände verstehen, dass der ganze Markt von der Symbiose lebt.

Wo kommen eigentlich die Besucher her?
Wir haben in zunehmenden Maß ausländische Besucher. Ein Pyramidenbauer hat mir erzählt, dass rund 80 Prozent seiner Verkäufe an Amerikaner gingen. Die haben ein Auge für Kunsthandwerk und kaufen auch höherwertige Produkte. Darüber hinaus kommen viele Engländer und viele Skandinavier. Deidesheim war einmal Weinort des Jahres bei einer großen schwedischen Weinbruderschaft. Dadurch sind wir dort recht bekannt geworden.

Und wie sieht das direkte Einzugsgebiet aus?
Aus der Metropolregion kommen natürlich viele, trotz des Brückendesasters auch aus Mannheim. Darüber hinaus aus den westlichen Teilen des Pfälzerwaldes und aus dem Saarland. Und aus dem Ruhrgebiet. Manche bleiben über Nacht, andere machen einen Tagesausflug hier her.

Wie sind die Hotels in der Zeit ausgelastet?
Über die Wochenenden sind sie quasi ausgebucht.

Zur Sache: Bäume gegen eine Spende

Zur Dekoration des Weihnachtsmarktes hat die Stadt Deidesheim rund 800 Bäume gekauft, die auf Grund kleiner Mängel billiger angeboten wurden. Die werden im Anschluss an den Weihnachtsmarkt gegen eine Spende abgegeben. „Das ist im Sinne der Nachhaltigkeit und dient noch dazu einem guten Zweck“, sagte Stefan Wemhoener, Leiter der Tourist Service GmbH, zur Begründung. Die gespendeten Beträge kommen dem Vereine „Freunde für Flüchtlinge“ zugute.

Die Bäume werden am Sonntag, 22. Dezember, ab 17 Uhr an mehreren Stellen abgegeben, unter anderem am Geißbockbrunnen. Wenn Bäume übrigbleiben, werden sie verfüttert, etwa an Ziegen.

Weitere Programmpunkte

Weitere Programme am letzten Adventswochenende: Am Samstag, 15 Uhr, sorgt Santa Brass mit weihnachtlicher Bläsermusik auf dem Stadtplatz für Stimmung. Die Chorgemeinschaft Deidesheim/Ruppertsberg lädt am Sonntag ab 16 Uhr zum Weihnachtssingen in die Spitalkapelle in der Weinstraße ein.

Für Freunde der Kleinkunst bietet das Boulevardtheater Deidesheim am Freitag, 20 Uhr, „Klaus und Günter werden Mutter“. Am Samstag um 17 und 20 Uhr ist „Ein Käfig voller Deppen“ im Angebot, am Sonntag um 20 Uhr folgt „Die Leich im Rhoi“.

Neben den Ständen sind auch wieder die Künstlerateliers geöffnet. An verschiedenen Stellen des Marktes wird Adelbert Brossart anzutreffen sein: Der Drehorgelspieler ist mit einer Original-Drehorgel aus der Città-slow-Partnerstadt Waldkirch unterwegs. Die Kinder haben noch einmal die Möglichkeit, in der Kinderbackstube Plätzchen zu backen oder die Ziegen und den Geißbock am Stadtplatz zu besuchen.

Stefan Wemhoener.
Stefan Wemhoener. ARCHIVFoto: Linzmeier-Mehn
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