Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Hochbetrieb auf der Weinkerwe

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DEIDESHEIM. Bereits am ersten Wochenende der Deidesheimer Weinkerwe herrschte reges Treiben auf dem Stadt- und Marktplatz sowie in den Höfen und auf der Woigass. Der Hochbetrieb sorgte überall in den Ausschankstellen für zufriedene Gesichter.

Von Jochen Willner

Das war wieder ein Stück Schwerstarbeit. Mit Unterstützung ihrer älteren und ehemaligen Kameraden haben es die Deidesheimer Kerwebuwe erneut geschafft, den Kerwebaum bei der Eröffnung in die Höhe zu bringen. Genau 22,53 Meter misst nach Angaben von Manuel Langhauser (30), dem dienstältesten Junggesellen im Kreise der Kerwebuwe, der mit bunten Bändern geschmückte Baum auf dem Marktplatz.

Zuvor war „Kerweborsch“ Christian Langhauser in seiner letzten Rede auf so manche Geschehnisse in der Stadt und in den Nachbargemeinden eingegangen und hatte der Obrigkeit die Leviten gelesen. Keinesfalls bierernst, sondern mit einer Prise Humor, ehe er sein Amt an seinen Nachfolger Lukas Dörr abgab. Dörr blieb auch am Ende der Ruf: „Die Kerwe ist eröffnet“. Da strahlte auch die neue Weinprinzessin Selina I., die nach der feierlichen Eröffnung, die musikalisch von der Kolpingkapelle umrahmt wurde, mit Stadtbürgermeister Manfred Dörr und den Ehrengästen auf ein gutes Gelingen anstieß.

Vor der eigentlichen Eröffnung der Weinkerwe fand am Freitagabend die Übergabe der Krone der Weinhoheit der Verbandsgemeinde in der vollbesetzten Stadthalle (wir berichteten) statt. Tamara I. setzte ihrer Nachfolgerin Selina I., die von den Kerwebuwe auf die Bühne geleitet und von Ortsbürgermeister Stefan Stähly mit launigen Worten vorgestellt wurde, die Krone auf. Die Junggesellen verabschiedeten zugleich die bisherige Lieblichkeit Tamara I. mit einer eigens angefertigten Goldkette sowie einem Blumengebinde. Auch bei ihnen gab es personelle Veränderungen: Samuel Groß hat seine einjährige Aspirantenzeit bestanden, und Noah Steinrock verstärkt künftig als Aspirant die elfköpfige Gruppe.

Magdalena Dreisiebner (Forst), Leiterin der Qualitätsweinprüfung in Weinsberg/Württemberg, und Tamara Fränzle (Meckenheim) moderierten die Riesling-Probe zum Thema „100 Jahre Frauenrechte“. Die Entwicklung und die Veränderungen des Weinbau in Verbindung mit dem Weinbau brachte das Duo auf fachliche, humorvolle und witzige Art und Weise rüber.

Ein Ansturm wie selten

Zum gleichen Zeitpunkt herrschte bereits Hochbetrieb in der Woigass, wo zahlreiche Ausschankstellen zum Verweilen einluden. Dicht gedrängt saßen die Besucher auch beim Karnevalverein Deidesheim bei einem guten Schoppen sowie leckeren Speisen in Reih und Glied nebeneinander. „Mit so einem Ansturm hatten wir nicht gerechnet“, meinte Ingrid Egersdörfer am späten Samstagabend nach getaner Arbeit. Die Ausschankstellen in der „Woigass“ erinnern ein wenig an die „Schubkärchler“ auf dem Wurstmarkt. Je länger die Nacht dauerte, verlagerte sich das Geschehen um die Ausschankstellen an den Stadtplatz sowie um den Geißbockbrunnen. Ein besonderer Anziehungspunkt der Jugend und Junggebliebenen. Ob auf der Mauer oder auf den Bänken, sie genossen bis weit in die Nacht dieses einmalige Flair.

Reges Treiben war auch in den vielen Höfen entlang der Weinstraße oder am Marktplatz. Kaum ein Durchkommen gab es im Hof des Weingutes von Winning, aber auch in den Weingütern von Buhl, Dick-Kaub, Kimich und Mehling war kaum noch einen Platz zu finden. Riesenandrang auch um den Andreasbrunnen vor dem Deidesheimer Hof sowie im Hof des Dielheimer Schlosses. Flanieren und genießen hieß auch diesmal die Devise. Da gab es fast überall zufriedene Gesichter.

Weitgehend friedlicher Verlauf

Hochzufrieden mit dem Verlauf in den ersten Tagen zeigte sich Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourist Service GmbH. „Bis auf den kurzen Regen am Freitag hatten wir eine gute Besucherresonanz. Das Fest verlief weitgehend friedlich, und es gab keine Klagen“, sagte Wemhoener. Das Sicherheitskonzept, das gemeinsam mit der Polizei und dem Sicherheitsdienst erarbeitet wurde, habe sich bewährt. Allerdings sei in diesem Jahr wieder Falschgeld im Umlauf, weshalb die Polizei die Ermittlungen aufgenommen habe. Nachholbedarf gibt es allerdings bei der Verkehrslenkung und bei der Parkraumbewirtschaftung, nachdem wiederholt durch falsches Parken manche Zufahrten derart verengt wurden, dass im Notfall ein Durchkommen durch die Rettungskräfte erschwert gewesen wäre.

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