Neustadt
Deidesheim: Höchste karnevalistische Auszeichnung für Peter Nesper
Mit dem Goldenen Löwen mit Brillanten, der selten verliehenen und höchsten Auszeichnung des Bundes Deutscher Karneval, ist Peter Nesper vom Karnevalclub (KC) Deidesheim ausgezeichnet worden.
Peter Nesper zeigte sich gerührt, als ihm der Präsident der Vereinigung der Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine, Jürgen Lesmeister, diese hohe Auszeichnung um den Hals legte. Der 76-Jährige hat sich wie weitere 29 Narren diese Ehrung redlich verdient. Denn der gebürtige Landauer ist ein Urgestein der pfälzischen Fasnacht.
44 Jahre dabei
Genau 44 Jahre ist Nesper dabei, zwei Drittel seiner Narrenzeit auch noch aktiv. Bereits 1997 erhielt er den „Goldenen Löwen“ für 22-jähriges Engagement mit der Nummer 2898. Und wenige Wochen, bevor er nun die Auszeichnung mit Brillanten erhielt, war er vom Bezirksvorsitzenden Andreas Müss (Ludwigshafen) mit dem Goldenen Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval geehrt worden.
„Ich bin sehr gerührt über diese Ehrungen, denn ich bin ein Fasnachter und bleibe es. Da ändert auch nichts, dass ich inzwischen beim KC 2003 Deidesheim gelandet bin“, sagte Nesper. Zusammen mit dem heutigen Ehrenpräsidenten Walter Egersdörfer gehört Nesper zu den Gründungsvätern des Deidesheimer Karnevalclubs. „Walter und ich haben uns als Präsidenten der Vereine in Neustadt und Landau kennengelernt, wir haben mit den Mitgliedern unserer Vereine die Veranstaltungen gegenseitig besucht, und so wurde es eine ganz enge Freundschaft“, erzählte Nesper.
Vom Karnevalsprinz zum Sitzungspräsident
Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, der sich mit einem Autohaus selbstständig gemacht hatte, kam eigentlich 1975 als Prinz der Stadt Landau, Peter I., mit seiner Frau Heidi I. zur Narretei. Als Prinzenpaar hatten sie in der Kampagne 1975 beim Landauer Carneval Club (LCV) Narrhalla das Zepter übernommen. Eine Aufgabe, die der heute 76-Jährige damals gerne übernahm und dann auch zum Elferrat bis hin zum Präsidenten aufstieg. Nesper lag die Förderung des ältesten Brauchtums sehr am Herzen. Er engagierte sich, wo er konnte und unterstützte auch organisatorisch und wirtschaftlich das Narrentum. Das tat er nicht als Elferrat, sondern er tanzte auch im Männerballett, fungierte sieben Jahre als Vize-Präsident der Karnevalisten seiner Heimatstadt, ehe er von 2000 bis 2003 zum Sitzungspräsident aufstieg.
Peter Nesper lebt und liebt die Fasnacht. Ihm liegt bis heute deren Wohl am Herzen. Kein Wunder, denn er ist auch seit 2004 Fördermitglied des Hauses der Badisch-Pfälzischen Karnevalvereine, das die Geschichte der Fasnacht präsentiert.
Landau nach 30 Jahren den Rücken gekehrt
Nach über 30 Jahren beim LCV entschloss er sich zu einem Wechsel nach Deidesheim. „Ich habe keine Unterstützung bei der Stadt für meinen Verein gefunden, obwohl wir uns vielfältig dort engagiert haben“, sagte Nesper. Deshalb entschloss er sich, diesem den Rücken zu kehren. „Wenn ich etwas tue, dann mit vollem Herzen. Und wenn das nicht möglich ist, dann muss ich was verändern“, bringt er seine Philosophie auf den Punkt.
Nesper wurde Gründungsmitglied beim KC 2003 Deidesheim und gibt seinen fachlichen Rat gerne an Jüngere weiter. Auch wenn er selbst mit 76 Jahren nicht mehr aktiv ist, lässt er keine Veranstaltung aus, um dabei zu sein. Er ist und bleibt ein Fasnachter.