Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Freundeskreis ehemalige Synagoge zeigt Dokumentarfilm „Viktors Kopf“

Georg Viktor Kunz wurde 1943 in Stuttgart geköpft. Das Polizeifoto entstand aber schon 1921.
Georg Viktor Kunz wurde 1943 in Stuttgart geköpft. Das Polizeifoto entstand aber schon 1921. Foto: SeeMoreFilm

Ihr Urgroßvater Georg Viktor Kunz sei verschollen, lautete die Familiensaga, die Carmen Eckhardt über Jahrzehnte zu hören bekam. Doch dann begab sich die Kölner Filmemacherin auf Spurensuche. Daraus entstand 2016 der Film „Viktors Kopf“, eine Zeitreise zwischen NS-Vergangenheit und Gegenwart, Verdrängung und Wahrheit. Am Samstag, 9. November, um 19 Uhr ist er in der ehemaligen Synagoge in Deidesheim zu sehen.

Georg Viktor Kunz, geboren 1884, engagierte sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend, dann beim Spartakusaufstand 1919 in Berlin und trat 1923 als Mitstreiter der Separatistenbewegung in der Pfalz in Erscheinung. Genügend Gründe für die Nazis, ihn zum Feind zu erklären. 1943 wird er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und mit dem Fallbeil geköpft. Das allerdings bringen die Recherchen der Urenkelin erst Schritt für Schritt ans Tageslicht. In dem Film geht es auch um Eckardts Kampf, Kunz offiziell und vor allem individuell zu rehabilitieren. Denn das 1998 vom Bundestag verabschiedete NS-Aufhebungsgesetz hebt NS-Urteile pauschal auf und macht die juristische Würdigung von Einzelschicksalen damit unmöglich. Nach der Vorführung besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit der Filmemacherin. Der Eintritt ist frei.

x