Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Feldkreuz verschmutzt

Das Kreuz wurde mit schwarzer Farbe verschmiert.
Das Kreuz wurde mit schwarzer Farbe verschmiert. Foto: wij

Heide Dambach ist entsetzt. Die 64-jährige, die sich seit knapp fünf Jahren um die Pflege des Flur- und Wegekreuzes unmittelbar neben der Unterquerung der Bahnlinie am Radweg von Deidesheim nach Mußbach kümmerte, musste in diesen Tagen eine üble Verschmutzung des Kreuzes feststellen.

Dabei war die Deidesheimerin froh, dass dieses Wegekreuz nach Abschluss der Brückenbauarbeiten entlang der Bahnlinie wieder seinen festen Platz gefunden hatte. „Zunächst war ich etwas überrascht, dass das Feldkreuz, das ich gerne gepflegt hatte, verschwunden war“, sagte Dambach. Ihre Recherchen ergaben, dass dieses wegen der Bauarbeiten an der Brücke der Bahnlinie Deidesheim-Neustadt entfernt wurde, um es vor Beschädigungen zu bewahren. Jetzt ist das Feldkreuz wieder an gleicher Stelle zurück.

Allerdings fiel es dem Vandalismus zum Opfer und wurde mit Farbe verschmutzt. Flur- oder Feldkreuze sind in Deutschland besonders häufig in katholischen Landstrichen, wie in der Verbandsgemeinde Deidesheim zu finden. Sie prägen wesentlich das Landschaftsbild und sind daher auch auf topographischen Karten ausgewiesen. Sie dienen als Wegzeichen für Wanderer und Pilger oder kennzeichnen gefährliche Stellen. Wegkreuze können Anhaltspunkte für alte Wallfahrtswege oder Prozessionswege sein; am Urlauberkreuz trafen sich die Pilger und die Familie nahm Abschied. In der Regel stehen Flurkreuze einzeln in der Landschaft und werden gelegentlich von zwei Bäumen, oft Linden, flankiert. Um die Pflege kümmern sich immer weniger Menschen.

Die gebürtige Neustadterin fühlte sich seit knapp fünf Jahren der Pflege des Feldkreuzes verbunden. „Ich bin täglich mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit zweimal vorbeikommen und mir fiel einfach vor Jahren auf, dass sich niemand darum kümmerte“, erzählt Dambach. Sie zeigte Initiative und befreite das Wegekreuz von Gebüsch und Unkraut und sorgte für einen gepflegten Eindruck. Dass es jetzt derart beschädigt wurde, macht sie wütend. „Ich hatte mich schon darauf gefreut, es drum herum wieder bepflanzen zu dürfen“, sagt Dambach. Umso größer ist jetzt ihre Enttäuschung über die aktuelle Verschmutzung. Sie wirkt ein wenig ratlos. Sie hofft jetzt auf Unterstützung, dass zumindest die Farbe von dem Sandstein entfernt werden kann. Da das Wegekreuz auf der Gemarkung Neustadt stehe, habe sie dies bei der Stadtverwaltung gemeldet. Denn sie würde auch in Zukunft das Feldkreuz in einem ordentlichen und gepflegten Zustand bringen.

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