Neustadt
Deidesheim: Deutsch-französisches Projekt zur Geschichte der beiden Länder seit 1918
Deutschland und Frankreich, Krieg, Versöhnung und Frieden: Darum geht es bei einer Veranstaltung am Samstag, 2. November, in der ehemaligen Synagoge in Deidesheim. Deutsche und französische Jugendliche berichten über ihre Eindrücke zu dem Thema.
„Hundert und eins Jahre – Cent un ans“ ist der Titel des Projekts, bei dem Jugendliche ihre Überlegungen zu der wechselvollen Geschichte ihrer Heimatländer seit Ende des Ersten Weltkrieges, also seit 101 Jahren, präsentieren. Dabei hat die Veranstaltung selbst eine kleine Vorgeschichte und kann in die Zukunft weisen.
Treffen in Metz und Verdun
Schon im Oktober vergangenen Jahres hatte die Stadt Deidesheim ein Treffen von Jugendlichen aus Deidesheim und der französischen Partnergemeinde St. Jean de Boiseau in der Nähe von Nantes initiiert. Mit eingebunden war damals schon der Jugendtreff, der bereits mehrfach für Schüleraustausche gesorgt hatte. Die jungen Leute trafen sich in Metz und Verdun und erarbeiteten gemeinsam ein Projekt, bei dem sie unter anderem wechselseitig aus den Tagebüchern französischer und deutscher Kriegsteilnehmer vorlasen. Das sei überaus ergreifend gewesen, erzählten Teilnehmer aus Deidesheim; zumal die Berichte über Hunger und Verzweiflung auf beiden Seiten sehr ähnlich gewesen seien. 2018 haben die jungen Leute auch eine eine zweisprachige Broschüre zu diesem Thema gestaltet.
In diesem Jahr nun treffen sich vom 30. Oktober bis 3. November jeweils fünf Jugendliche aus St. Jean de Boiseau und Schüler der Gesamtschule Deidesheim/Wachenheim auf Anregung von Achim Schulze, des stellvertretenden Vorsitzendes des Freundeskreises der ehemalige Synagoge in Deidesheim. Zwar laufe der Austausch zwischen den deutschen und französischen Schülern noch über die Stadt Deidesheim, den Jugendtreff und den Freundeskreis der ehemaligen Synagoge. Die IGS aber habe sich in diesem Jahr schon bei den Vorbereitungen eingebunden, sagt Französischlehrerin Tonja Hager. Sie hofft, „dass über den Weg der Städtepartnerschaft vielleicht eine Schulpartnerschaft entsteht“.
Führung durch Neustadt
Anreisen werden die jungen Leute zwischen 13 und 18 Jahren am 30. Oktober. Untergebracht sind sie bei gleichalterigen Schülern der IGS, sagt Tonja Hager und gemeinsam werden sie unter anderem in Neustadt eine von Schülern des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums geleitete Führung zur Demokratie- und Diktaturgeschichte machen. Dabei steht auch der Besuch der Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt im Quartier Hornbach auf dem Programm. Ihre Eindrücke werden die jungen Leute zudem in einem kleinen Film festhalten, sagt Sven Santamaria, der Leiter des Jugendtreffs Deidesheim. Auch dieser Film fließt in die Veranstaltung am Samstag ein.
Eingeladen zu diesem außergewöhnlichen Abend hat der Freundeskreises ehemalige Synagoge Deidesheim. Die ehemalige Synagoge, so der Vorsitzende des Freundeskreises, Georg Maybaum, bietet sich dazu an. Schließlich solle das Gebäude nicht nur eine Gedenkstätte sein, sondern auch das Heute einbeziehen, es soll Zeichen für Toleranz und Frieden setzen und in diesem Sinne mit seiner Botschaft auch auf die Zukunft ausgerichtet sein. Die Veranstaltung wird zweisprachig sein.