Neustadt
Deidesheim: Detlev Bucks’ magische Landschaftsaquarelle in der Galerie Backhaus
Der Königsbacher Detlev Bucks (59) ist in der Region schon mehrfach mit seinen verblüffend detailreichen Landschaftsaquarellen hervorgetreten. Eine schöne Auswahl davon, in denen er die Grenzen der Technik zum Teil noch weiter auslotet, ist jetzt in der Deidesheimer Galerie Backhaus zu sehen.
Deidesheim. Waldlichtungen im Halbschatten und Ausblicke über die Weinberge hinweg in die Rheinebene – diesen beiden für Bucks ganz typischen Werkgruppen begegnet man jetzt auch in Deidesheim wieder – und wieder in so naturalistischer, so unglaublich fein ausgearbeiteter Form, dass man mit dem Begriff Aquarell eigentlich auf die völlig falsche Spur gesetzt wird. Die Einladungskarte verwendet deshalb auch den englischen Begriff Watercolours – wohl um eindeutig klar zu machen, dass diese Bilder rein gar nichts zu tun haben mit hingehuschten Urlaubspinseleien. Davon kann bei Bucks keine Rede sein – zumal seine Schöpfungen keine Abbildungen, sondern konstruierte Natur sind. Die Basis bilden zwar fotografische Schnappschüsse, die er auf seinen „Streifzügen“ – so deshalb auch der Titel der Ausstellung – in der Pfalz, Deutschland und Europa sammelt, doch komponiert wird alles dann „nach Phantasie“ im heimischen Atelier. Ohnehin beruht die weitverbreitete Abwertung der Technik für Bucks auf einer Fehleinschätzung: „Aquarell ist definitiv die schwierigste Maltechnik, weil es keine Korrekturmöglichkeiten gibt“, sagt er.
In die Reihe seiner fast fotorealistich zu nennenden Werke passt sich auch eine in der Bretagne entstandene Serie ein. Von erhöhten Standorten wie dem Ménez Hom oder dem Roc’h Trévarzel in den Monts d'Arrée aus geht hier der Blick über das weiträumiges Hügelland, in dem sich kleine Wälder mit Ackerflächen abwechseln, bis zur fernen Küste. Man kann förmlich versinken darin – ganz ähnlich wie in den Ausblicken vom Haardtrand Richtung Odenwald. Dass all dies immer auch noch auf so stupende Weise den Wechsel der Jahreszeiten einfängt – gleich im ersten Raum zum Beispiel hängt eine von einer fahlen Sonne beschienene Winterlandschaft – macht es noch faszinierender.
Entstanden sind die in Deidesheim gezeigten Bilder alle in den vergangenen drei Jahren. Dabei gönnt sich der Künstler, von Haus aus Grafikdesigner bei der Neustadter Werbeagentur BFW-Tailormade, in letzter Zeit auch einige Freiheiten, spielt stärker mit Unschärfen und Farbverläufen, experimentiert mit Abklebungen, dunkelt die Töne ab oder verschiebt sie gleich ganz in einen anderen Farbraum. Trotzdem atmen sie wie auch die anderen Bilder eine Stille, die man nur magisch nennen kann. Menschen kommen in ihnen nicht vor – und das ist auch gut so.
Die Ausstellung
Die Ausstellung „Streifzüge: Detlev Bucks – Watercolours“ wird am Samstag, 26. Oktober, von 17.30-20.30 Uhr in der Galerie Backhaus in Deidesheim eröffnet. Zur Einführung spricht die Heidelberger Kunsthistorikerin Barbara Clemens. Die Schau, bei der neben Bucks Werken auch noch kleinformatige Tonskulpturen, überwiegend Köpfe, der Schifferstadterin Irmgard Böhmer-Saal zu sehen sind, läuft bis 22. Dezember. Öffnungszeiten: samstags und sonntags 15.30–18.30 Uhr.