Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Ökologische Landwirtschaft soll forciert werden

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Traditionell ist die Verbandsgemeinde Deidesheim politisch gesehen vorwiegend schwarz. Seit der Kommunalwahl gibt es nun eine schwarz-grüne Zusammenarbeit. Und die Partner haben sich einiges vorgenommen.

So ganz glatt ging der Start der neuen schwarz-grünen Verbindung im August im Verbandsgemeinderat nicht über die Bühne. Die FWG hatte gewiss daran zu schlucken, dass sie den Posten des Beigeordneten bei der Wahl verlor. Nun also ist ein Grüner Teil der Verwaltungsspitze geworden. Herbert Latz-Weber, 65 Jahre alt. Und es gibt einen weiteren Beigeordneten, Dieter Dörr, der wie Verbandsbürgermeister Peter Lubenau der CDU angehört.

Dass CDU und Grüne in dieser Legislaturperiode zusammenarbeiten, sei bei den Gesprächen nach der Wahl sehr schnell klar gewesen, erzählt Lubenau, der auch Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands ist. Gewiss, da habe auch die weltweite Klimaschutzdebatte eine Rolle gespielt. Die Tatsache, dass die Umweltprobleme überall immer drängender werden, und die Grünen davon politisch profitieren. Aber es habe auch an den handelnden Personen gelegen, erklärt Lubenau. Beide Fraktionen hätten sich verjüngt.

Blick für Belange der Wirtschaft

Und mit Latz-Weber hat die CDU es schließlich mit einem Repräsentanten der Grünen-Partei zu tun, der auch einen Blick hat für die Belange der Wirtschaft. Was aus Sicht eines traditionellen Konservativen sicher nicht unwichtig ist.

Latz-Weber hat an der Fernuniversität Hagen BWL studiert und viele Jahre als Wirtschaftsredakteur gearbeitet. Unter anderem auch beim Neustadter Meininger Verlag, wo er für ein Getränkemagazin zuständig war. Dadurch kam der gebürtige Kölner Anfang der 90er Jahre überhaupt erst in die Pfalz. Zuletzt betrieb er einen eigenen Informationsdienst, inzwischen ist er in Rente.

Politisch kommt Latz-Weber aus der Anti-Atomkraftbewegung. Lange Zeit sei er jedoch kein Mitglied bei den Grünen gewesen, erzählt er. Was ihm immer wichtig gewesen sei, ist die Verbindung von Ökonomie und Ökologie. „Man muss auch die Arbeitsplätze im Blick haben“, betont er. Als Beigeordneter ist Latz-Weber nun für Klima-, Natur-, Umweltschutz und Nachhaltigkeit übertragen.

Ökologischen Weinbau forcieren

Genau diese Bereiche stehen in dem gemeinsamen Papier, das Grüne und CDU erarbeitet haben, an erster Stelle. Jede Entscheidung werde auf Klimafreundlichkeit geprüft, heißt es im ersten Absatz. Und ie beiden Fraktionen haben sich einiges vorgenommen. Unter anderem sollen die ökologische Landwirtschaft und der ökologische Weinbau forciert werden. Bei der Landwirtschaft gelte es, nicht nur die ortsansässigen Betriebe, sondern auch Pachtbetriebe miteinzubinden, beispielsweise aus dem Gemüseanbau.

„Klar ist, dass wir nicht alles, was in dem Papier steht, in der laufenden Legislaturperiode umsetzen können“, unterstreicht Lubenau. Doch beide Parteien zeigen sich zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit gut funktionieren wird. Dass CDU und Grüne ihre Zusammenarbeit nicht durch einen Koalitionsvertrag besiegelt haben, sei eine Sache von „Formalitäten“, erklärt der Bürgermeister. Mit anderen Worten: Eine Zusammenarbeit ist schneller unterschrieben als ein Koalitionsvertrag, bei dem auch Parteiengremien gefragt werden müssen. Wobei die Zusammenarbeit unumstritten sei, wie sowohl Lubenau als auch Latz-Weber betonen.

Lubenau betont aber auch, dass die schwarz-grüne Zusammenarbeit die anderen Parteien im Rat nicht ausgrenzen soll. Ziel sei es, auch weiterhin möglichst im Konsens zu arbeiten. Doch es sei leichter, Dinge voranzutreiben, wenn es eine stabile Mehrheit im Rat gebe.

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