Neustadt Das Geheimnis der Weihnachtskrippe

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Das „Geheimnis“ der Weihnachtskrippe im Chorraum der Stiftskirche ist gelüftet: Der 1992 in Niederkirchen gestorbene Künstler Siegfried Salewski hat sie geschaffen und war 1978 beim ersten Aufbau in Neustadt mit von der Partie.

Vier Zeitzeugen haben sich gemeldet, nachdem Stiftskirchenpfarrer Oliver Beckmann in Zusammenarbeit mit der Neustadter Lokalredaktion der RHEINPFALZ dazu aufgerufen hatte (wir berichteten am 5. Dezember): die Ehefrau und die Tochter des Künstlers sowie zwei ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Ihr Mann habe von der Stadt damals den Auftrag bekommen, Krippenfiguren anzufertigen, berichtet Salewskis Witwe. Die lebensgroßen Figuren hätten pro Stück rund 8000 Mark gekostet, und ihr Mann habe für die gesamte Krippe etwa eineinhalb Jahre gebraucht. Auch für Ochs und Esel habe er Modelle angefertigt, diese seien dann aber von der Stadt nie in Auftrag gegeben worden. Siegfried Salewski wurde 1931 in Wanne-Eickel geboren und starb 1992 in Niederkirchen. Er war als Former bei den Eisenwerken in Gelsenkirchen tätig, zog 1966 mit seiner Frau nach Ludwigshafen und arbeitete dort bei der BASF. In den 1970er Jahren folgte der Umzug nach Niederkirchen. „Er war handwerklich sehr begabt. Eines Tages fing er mit Schnitzereien an, und Anfang der 70er Jahre besuchte er in Oberammergau einen Schnitzkurs“, erzählt seine Witwe. Das Hobby wurde zum Beruf: In Neustadt richtete sich Salewski eine Werkstatt und einen Verkaufsraum ein, fertigte für die hiesigen Winzer Fassböden, baute Eckbänke, Tische und andere Möbel. Zudem bot er Schnitzkurse für Feriengäste an. Regelmäßig war er auf dem Deidesheimer Weihnachtsmarkt vertreten und fertigte dafür auch eine Krippe an, die bis heute dort zu sehen ist. Der Heilige Martin mit Gans in der katholischen Kirche in Niederkirchen stammt ebenfalls von Salewski. Einer der ehemaligen städtischen Mitarbeiter, die sich gemeldet haben, erinnert sich noch an die Entstehungsgeschichte der Krippe. Um das Erscheinungsbild des seit 1975 in Neustadt veranstalteten Weihnachtsmarkts zu verbessern, habe ihn der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Brix beauftragt, Weihnachtsmärkte in größeren Städten zu besuchen, um Anregungen und Ideen zu sammeln. „In diesem Zusammenhang sollte ich auch Ausschau nach einer Weihnachtskrippe halten, und auf dem Weihnachtsmarkt in München stieß ich auf die Adresse des Bildhauers Salewski aus Niederkirchen“, berichtet der Mann, der nicht namentlich genannt werden möchte. Bei Salewski habe er dann für rund 50.000 Mark Krippenfiguren für Neustadt bestellt. Ein weiterer städtischer Mitarbeiter, der damals beim Gartenbauamt beschäftigt war und ebenfalls nicht namentlich genannt werden möchte, erinnert sich an ein Missgeschick, das dem Künstler selbst beim Aufstellen der Krippe 1978 passierte: „Er brach dem Wirt einen Finger ab.“ Dieser habe im Laufe der Jahre auch immer mal wieder angeklebt werden müssen. Außerdem sei Salewski „sauer auf das Bauamt“ gewesen, weil dessen Mitarbeiter – wohl zum Schutz der Figuren – einen Glaslack aufgesprüht hätten. Dadurch seien die Figuren glänzend geworden. Die Tochter von Siegfried Salewski hat auch noch etwas entdeckt: Es sei nicht auszuschließen, dass sich ihr Vater in dem Hirten, der seinen Hut in der Hand hat, verewigt habe: „Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen“, so die Tochter. Stiftskirchenpfarrer Beckmann ist begeistert von den Rückmeldungen: „Das ist klasse, es haben sich genau die richtigen Leute gemeldet.“ Im Familiengottesdienst heute um 16 Uhr will er Fotos präsentieren, die er nach dem Aufruf in der RHEINPFALZ bekommen hat, und auch ein bisschen was dazu erzählen. (ffg)

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