Sportstypen RHEINPFALZ Plus Artikel Das erste Solomädchen des TSC Saltatio im TV Mußbach

Lena Hartig aus Heßheim trainiert mit den Mußbachern Kim und Kirill Ganopolsky.
Lena Hartig aus Heßheim trainiert mit den Mußbachern Kim und Kirill Ganopolsky.

Lena Hartig aus Heßheim tanzt seit Februar 2022 für den TSC Saltatio im TV Mußbach. Und ist bereits deutsche Meisterin. Einen Tanzpartner hat sie nicht. Den braucht sie auch nicht.

Der Solotanz ist eine neue Disziplin im Tanzen. Und wieder ist der TSC Saltatio im TV Mußbach ganz vorn dabei: Die erst 13-jährige Lena Hartig aus Heßheim ertanzte sich mit einer Rumba die deutsche Meisterschaft und damit eine Goldmedaille. Mit Cha-Cha-Cha, Samba und Jive schnappte sie sich jeweils die Vizemeisterschaft und Silber.

Seit Februar 2022 ist Lena Hartig Mitglied des TSC Saltatio und trainiert mit Kim und Kirill Ganopolsky. Und das dreimal in der Woche an drei verschiedenen Trainingsorten. In Frankenthal, wo sie die achte Klasse des Gymnasiums besucht, tanzt sie zusätzlich Ballett. Daheim hält sie sich zudem mit Seilspringen und Dehnen fit. Das Tanzen ist einfach ihre Leidenschaft, sagt sie und strahlt. Und es wurde ihr gleichsam in die Wiege gelegt.

Im Karneval getanzt

Ihre Mutter Erna Hartig – sie hat lange Zeit karnevalistischen Tanzsport betrieben und in diesem Bereich auch als Trainerin gearbeitet – hat sie schon als Baby mitgenommen zu Proben und Veranstaltungen. Mit zweieinhalb Jahren stand die kleine Lena zum ersten Mal selbst auf der Bühne, tanzte auch später im Karneval noch solistisch, entdeckte aber während der Corona-Zeit ihre Liebe zu den Disziplinen Standard und Latein und zum Paartanz. In der Tanzschule „Royal Dance“ von Andrzej Cibis im schwäbischen Remseck tanzte sie ihr erstes Turnier – und hörte dort auch vom TSC Saltatio, bei dem sie kurz darauf zu trainieren begann.

Doch wie es zum Leidwesen von Tänzerinnen immer wieder mal vorkommt, hörte auch ihr Partner mit dem Tanzen auf. Lena Hartig aber blieb dabei und wurde für Kim Ganoplosky „das erste Solomädchen, das ich unterrichte. Und sie ist ein sehr fleißiges und sehr talentiertes Mädchen.“ Kein Wunder also, dass das „erste Solomädchen“, und damit auch der Verein, bei der ersten deutschen Meisterschaft im Solotanz in Köln so erfolgreich war. „Köln war ein Pilotprojekt“, erläutert Kim Ganopolsky, „denn Soloturniere stehen in Deutschland noch ganz am Anfang.“ Obwohl sie für alle ausgerichtet sind, sind Männer dabei in der Minderzahl. 90 Prozent der Teilnehmenden sind Mädchen und Frauen zwischen sechs und 18 Jahren. Im Übrigen sei die Meisterschaft so gut angekommen, dass sie etabliert werden solle, freut sich Kim Ganopolsky. Auch der Tanzsportverband Rheinland-Pfalz habe sich sehr dafür eingesetzt.

Gleichgeschlechtliche Tanzpartner

Trainerin Kim Ganopolsky hofft nun gemeinsam mit ihrem Mann Kirill, „dass Solotanzen allgemein mehr Gewicht und Wertschätzung erfährt“. Eine weitere Neuerung, ergänzt sie auf Nachfrage, seien auch die Sparten „Duo“ und „Equality“ mit gleichgeschlechtlichen Tanzpartnern beziehungsweise -partnerinnen.

Bei einem so neuen Wettbewerb dürfte es schwer sein, seine Chancen abzuschätzen. „Ich wusste gar nicht, was da auf mich zukommt“, sagt Lena Hartig. Auch diejenigen, die ebenfalls um die Meisterschaft getanzt hätten, habe sie nicht gekannt. „Klar, man hofft, dass was Gutes dabei rauskommt,“ sagt sie. Im Grunde aber habe sie es „einfach schön“ gefunden, bei dieser Gelegenheit zeigen zu können, was sie könne.

In vier Tänzen angetreten

Eingeteilt werden die Mädchen dabei in verschiedene Leistungsklassen. Das heißt, sie können im Grunde auch schon mit einem einzigen Tanz an einem solchen Turnier teilnehmen.

Lena Hartig setzte bei der deutschen Meisterschaft auf gleich vier Tänze. Dass sie dabei anders als im Paartanz viel stärker auf die eigene Person bezogen ist, stört sie nicht. „Die Grundbewegungen sind die gleichen, und auch die technischen Anforderungen sind gleich.“ Allerdings müssen die Arme anders geführt werden. Vor allen bei schnellen Tänzen, findet Lena Hartig, sei das Tanzen allein schwieriger als zu zweit. Auch wenn sie als Solistin jetzt Titel gewonnen hat, „fände ich es schön, mit einem Partner auf Turnieren zu tanzen“, sagt sie und ist sich sicher: Die Grundschritte, die Basics, könnte sie mit einem Partner mit ein wenig Erfahrung bestimmt auf Anhieb gemeinsam machen.

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