Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Das erfolgreiche Neustadter U18-Team und seine Baustellen

Trainer Peter Jacque (Mitte) verlangt von seinen U18-Junioren mehr Disziplin im Wasser.
Trainer Peter Jacque (Mitte) verlangt von seinen U18-Junioren mehr Disziplin im Wasser.

Ein Wochenende, ein Gegner, ein Spielort, trotzdem ein Auswärts- und ein Heimspiel. Das U18-Team des SC Neustadt war in der Zwischenrunde der Wasserball-Bundesliga zu Gast bei Wassersport Rostock. Trotz zweier Siege hat der Neustadter Coach Schwächen in seinem Team entdeckt.

Weil Rostock zeitliche Probleme bei einer Auswärtstour nach Neustadt gehabt hätte, fragten die Ostdeutschen, ob der SCN sein Heimspiel in der Hansestadt austrägt. Die Gastgeber übernahmen dafür die Übernachtungskosten. Am Samstag siegte der SCN mit 19:7 (5:1, 4:4, 6:1, 4:1), am Sonntag mit 15:7 (5:1, 4:1, 2:4, 4:1).

Damit wahrt der SCN seine Chance auf einen der beiden ersten Plätze in der Gruppe F. Momentan führt der SCN die Tabelle mit vier Siegen an. Somit wäre das Team von Peter Jacqué für das Relegationsturnier Ende April qualifiziert. Die Spiele in der Zwischenrunde nutzt Jacqué, um seine Mannschaft auf die folgenden stärkeren Gegner vorzubereiten. Denn in der ersten Runde der U18-Bundesliga lief der SCN-Motor überhaupt nicht rund, das Team verlor alle Spiele und „stieg“ daher vorübergehend in die schwächere F-Gruppe ab. Doch auch jetzt gibt noch einige Baustellen bei den SCN-Junioren.

Mangelnde Disziplin

Da geht es zum einen um die Disziplin im Wasser, auch wenn es fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen gibt. Es wird gemeckert oder sich beschwert – die Strafe folgt gleich auf den Fuß. Hector Vlantoussis spürte die Strenge der Schiris im zweiten Spiel bereits im ersten Viertel. Er kassierte seine zweite Zeitstrafe, die er für vollkommen unangebracht hielt, weil er vom Gegner gefoult wurde. Doch die Unparteiischen hatten das Geschehen nicht richtig im Blick und bestraften statt des Gegners den SCN-Spieler. Das wäre noch nicht tragisch gewesen, doch Vlantoussis meckerte hörbar. Es folgte eine „Rolle“, ein Wasserverweis für den Rest des Spiels. Trainer Jacqué: „Ich habe mich über seine Disziplinlosigkeit sehr geärgert. Er hatte gerade vier Spiele Sperre abgesessen und war jetzt schon wieder unbeherrscht.“

Drei Zeitstrafen

Auch Tin Ljubic traf der Bannstrahl der Unparteiischen, als er sich über eine Entscheidung sichtbar mokierte. Schon am Vortag musste er nach drei Zeitstrafen früher aus dem Becken. Jacqué: „Tin ist Mannschaftskapitän, er muss vorsichtiger spielen.“ Auch Moritz Fest musste nach drei Wasserverweisen früher aus dem Becken. Der 17-Jährige hatte dafür eine Erklärung: „Es traf meistens die Centerverteidiger, daher auch mich in der Abwehr. Es gab Sticheleien auf beiden Seiten, es war schon etwas ruppiger.“

Dennoch war Fest mit sieben Treffern in beiden Partien eine Stütze. Auch Matteo Ananias traf fleißig, er erzielte sechs Treffer in den zwei Partien. „Wir waren mal gut, mal schlecht, manches war durcheinander. Wir konnten nicht richtig kontern, weil es eine kleinere Wasserfläche als gewöhnlich war“, berichtet er. Trainer Jacqué formuliert vorsichtig: „Die Schiedsrichter waren etwas mehr auf der Seite der Heimmannschaft. Dann gab es eine gewisse Nervosität, als Rostock am Sonntag aufholte.“ Zudem erkannte der Coach eine alte Schwäche des Teams, die es bis zu den Relegationsspielen auszumerzen gilt. „Wir vergaben viele Torchancen, weil die Pässe zu langsam kamen oder direkt geschossen wurde. Das Erkennen der Situation, wann schnell gespielt werden muss, fehlt noch im Team“, kritisiert er.

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