Neustadt Das Bangen geht weiter
Deidesheim. Die Situation bleibt unverändert: Sowohl die TSG Deidesheim als auch der VfL Neustadt müssen in der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz weiterhin um den Ligaverbleib bangen. Im Derby, das aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes am 12. November gestern Abend nachgeholt worden ist, trennten sich beide Teams nach 90 Minuten in einem hart umkämpften Spiel 0:0. Doch sind beide noch vom Klassenverbleib überzeugt.
Für Michael Doll, Trainer des VfL Neustadt, war es die Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte. „Es war schon ein sehr komisches Gefühl, aber ich habe das heute vollständig ausgeblendet“, sagte Doll. Er hatte noch vor wenigen Monaten mit Rudolf Benkler die TSG zur Meisterschaft und zum Aufstieg geführt, ehe er am 7. Oktober nach der 0:5-Niederlage beim VfB Haßloch gehen musste. Deidesheim ist Vergangenheit. Seine Mission heißt VfL Neustadt. Da hätte er gestern Abend gerne die Punkte mitgenommen. Daraus wurde nichts. So wie sein Nachfolger Markus Humbert wartet seine Mannschaft seit dem 29. Oktober auf einen Sieg. Beide Mannschaften hatten gestern ihre Chance auf die ersten drei Zähler nach fünf Wochen. Zwei Minuten vor dem Ende hätte der TSG-Anhang fast jubeln können: Nach einer Linksflanke von Daniel Veth stand Dominik Lisson völlig frei, nachdem VfL-Torwart Reiner Schwartz schon das Nachsehen hatte. Lisson hätte den Ball nur noch einköpfen müssen. Nur 120 Sekunden zuvor hatte ebenfalls Dominik Lisson aus 13 Metern die Chance zur Führung, doch das Leder strich am Querbalken vorbei. Die letzten Minuten gehörten klar den Gastgebern, die bis zur letzten Sekunde diszipliniert nach vorne spielten und sich auch von der zunehmenden Härte der Gäste nicht aus dem Konzept bringen ließen. „Da haben sich meine Jungs nicht anstecken lassen. Kompliment“, meinte Humbert. Die größte Chance zur Führung hatte trotz der guten TSG-Möglichkeiten der VfL Neustadt: Nach einem Zuspiel von Enrico Gottwald auf Stefan Dieser täuschte dieser seinen Gegenspieler Tim Storck und scheiterte aus einer Drehung (77.) aus zehn Metern am sicheren Tormann Daniel Enzenauer, der das Leder mit den Füßen parierte. „Da hätten wir das Spiel entscheiden können. Es war über weite Strecken eine ausgeglichene Partie, dennoch wäre ein Sieg nicht unverdient gewesen“, meinte Doll. Dabei versuchten es die Jungs von der Haidmühle immer wieder mit Distanzschüssen aufs TSG-Gehäuse. Auch deswegen, weil die Innenverteidigung um den starken Robin Wageck und Tim Speiger kaum zu bezwingen war. Es war eine Partie auf Augenhöhe. „Wir sind leider noch nicht in der Lage, mal auf die dreckige Art solch ein Spiel zu entscheiden“, sagte Humbert. Trotz der gerechten Punkteteilung sah er seine Mannschaft diesmal auf einem großen Schritt nach vorne: „Wir haben endlich auch mal die Null gehalten.“ Seine Mannschaft hat bisher schon 54 Gegentore kassiert. „Wir arbeiten weiter hart, dann bleiben wir in der Klasse.“ Das gleiche Ziel verfolgt auch Doll: „In der Winterpause werden wir das Positive aus der Hinrunde nochmals aufarbeiten, aber uns auch hart auf die Rückrunde vorbereiten.“ Zuvor müssen beide Teams noch einmal ran: Der VfL erwartet am Sonntag, 14.30 Uhr, Südwest Ludwigshafen. Zur gleichen Zeit tritt die TSG beim SV Büchelberg an. So spielten sie TSG Deidesheim: Enzenauer - Speiger, Wageck, Reffert, Kolbenschlag (62. Storck) - Deimel, Alexander Schubing - Seckinger, Christian Schubing (76. Veth), Hansen (46. Lisson) - Ehrenpreis. VfL Neustadt: Schwartz - Mustafa Odak, Knaub, Lapp, Mohr - Dieser, Gottwald, Müller - Oguzhan Odak, Baumann, Carvalho. Beste Spieler: Deimel, Wageck - Dieser, Baumann - Gelbe Karten: Lisson (50.), Reffert (79.) - Gottwald (14.), Müller (18.) - Schiedsrichter: Patrick Rungsmann (Rheinzabern) - Zuschauer: 125. |wij