Neustadt Dünger mit Gütesiegel

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Die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK), ein kommunaler Verbund aus Stadt und Landkreis, ist nach den Worten ihres Vorstands Jan Deubig mittlerweile ein gesundes Unternehmen. Hatte sie 2007 noch ein negatives Eigenkapital von 1,8 Millionen Euro, so war es 2013 ein Plus von 13,4 Millionen Euro. Die Fremdkapitalquote ging von 59 Prozent im Jahr 2006 auf 37 Prozent zurück. Und die Mitarbeiterzahl ist derweil kräftig gestiegen: von 73 im Jahr 2006 auf 101 im Jahr 2013. Weitere Einstellungen sind vorgesehen. Fünf neue Fahrer braucht die ZAK. Ebenso werden vier neue Lastwagen angeschafft. Hintergrund ist die Kooperation mit der GML Ludwigshafen, bei der sich Kommunen aus der Vorderpfalz – darunter Neustadt – zusammengeschlossen haben und bei der Abfallwirtschaft zusammenarbeiten. Diese Kooperation ist nun in trockenen Tüchern: Die ZAK wurde zehnter GML-Gesellschafter, im Dezember war der Vertrag unterschrieben worden. Nun sei die ZAK für den kompletten Bioabfall zuständig, so Deubig, bringe den Restabfall nach Ludwigshafen und Pirmasens zur Verbrennung und nehme auf den Rückfahrten aus Ludwigshafen Bioabfall aus der Vorderpfalz mit – 44.000 Tonnen pro Jahr. Dafür werde der Fuhrpark erweitert. Mit der Kooperation geht bei der ZAK ein Kapitel Abfallwirtschaft zu Ende: „Wir stellen im Mai die Restabfallbehandlung komplett ein“, erklärt Deubig. Bislang sei der Restabfall in organische und anorganische Stoffe getrennt worden, der organische Teil sei weiter behandelt worden, der anorganische Teil zur Verbrennung gebracht worden. Künftig werde der komplette Restabfall ohne vorherige Behandlung verbrannt, etwa hälftig in Pirmasens und Ludwigshafen. Das bedeutet: Die ZAK benötigt ihre entsprechenden Anlagen dann nicht mehr, baut sie von Mai bis Oktober um. Dann wird darin nur noch der Bioabfall aus Stadt und Landkreis Kaiserslautern sowie aus den GML-Kommunen behandelt. Auch die VM-Presse wird für Bioabfall genutzt, dort laufen Vergärungsprozesse mit dem Endprodukt Kompost. Die ZAK verfügt nach den Worten ihres Vorstands über die Kapazität für 60.000 Tonnen Bioabfall, die zu 30.000 Tonnen Kompost verarbeitet werden können. Entstehen werde dabei ein ganz wichtiger Dünger, der Phosphor enthalte – Grundstoff jeden Düngers und eine endliche Ressource. Diesen wertvollen Dünger vermarktet die ZAK unter dem Markennamen „Palatihum – der Qualitätsdünger aus der Pfalz“. Er sei in erster Linie für Landwirtschaft und Erdenwerke interessant, die Mutterboden herstellen, erläutert Jan Deubig. Eine weitere große Aufgabe, vor der die ZAK steht, ist die neue Deponie der Deponieklasse I, sprich für mineralische Abfälle, die auf der Mülldeponie im Kapiteltal bei Mehlingen angelegt wird. In diesem Jahr sollen zehn Millionen Euro verbaut werden. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt sind Deubig zufolge vergeben. Es werde eine Schicht aus Ton und Kunststoffbahnen aufgebracht, die zugleich Abdichtung für die alte und neue Deponie sei. Da die Kunststoffbahnen nicht zu lange im Licht liegen dürfen, werde sofort nach dem Bau mit der Verfüllung begonnen. Bis zum Jahr 2023 werde Stück für Stück der ganze Altdeponiekörper abgedeckt und mit einer Schicht verfüllt, danach gehe es in die Höhe. Über Jahrzehnte entstehe so nach und nach ein großer Hügel. Dieses Jahr geht auch die Fernwärme der ZAK ans Netz der Stadtwerke. Im Kapiteltal sei die Leitung gebaut, nun folge der Abschnitt bis in die Stadt mit Anschluss ans Fernwärmenetz der Stadtwerke. Grüne Fernwärme sei ab Oktober zu beziehen, sagt Deubig, wobei der Vertrag vorsehe, dass die ZAK die Stadtwerke jährlich mit rund 40 Gigawattstunden Wärme bei einer maximalen Leistung von acht Megawatt beliefere. Das entspreche dem Wärmebedarf von etwa 3000 Einfamilienhäusern. Wie der Vorstand weiter erklärt, hat die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern auch zwei neue Gasmotoren gekauft, die effektiver Biogas verbrennen als das Biomasseheizkraftwerk. Dieses soll künftig nur noch der Holzverbrennung dienen. (dür)

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