Deidesheim / maikammer
Corona wirft erneut fast alle Pläne des Boulevardtheaters Deidesheim-Maikammer über den Haufen
„Es ist sehr sehr schwer zu akzeptieren, dass wir die Premiere verschieben müssen“, sagt der Schauspieler und Comedian und legt dar, dass schließlich auch ein fünfstelliger Betrag in so einer Produktion stecke. Und auch die geplanten Tourtermine im Juni, Juli, August mussten verschoben werden. Neu angesetzt ist der Start von „Viagra hält die Blumen frisch“ in Deidesheim nun für 17. September. Der Saisonbeginn für das Boulevardtheater mit seinen zwei Spielstätten in Deidesheim und Maikammer ist derweil auf den 2. Mai weitergewandert, wenn das 3. Lachfestival XXL im Bürgerhaus in Maikammer über die Bühne gehen soll. In Deidesheim stünde am 8. Mai eine Show mit Tim Poschmann, Stefan Beyer und Jutta Barie-Scholl an. Ob diese Termine wirklich zu halten sind, kann augenblicklich niemand sagen.
Boris Stijelja wäre allerdings nicht Boris Stijelja, wenn er sich von der Absage seiner Premiere demoralisieren ließe. Emotional gehe es ihm gut, sagt er und betont, dass er die zusätzliche Zeit zur Verfeinerung seines dritten Solo-Programms nutze, das den schönen Untertitel „Lebensweisheiten meiner kroatischen Familie“ trägt. Außerdem arbeite man im Theater weiter an neuen Ideen. „Ich merke, aber dass ich immer mehr Schwierigkeiten habe, mein Team von neuen Projekten während der Pandemie zu begeistern.“ Allgemein schwinde die Motivation nach über einem Jahr in der Warteschleife. „Das kostet mich als Leiter sehr viel Kraft, meine Mannschaft bei Lust und Laune zu halten“, so der Ludwigshafener mit kroatischen Wurzeln.
Bereits vorsorglich verschoben wurde auch eine eigentlich für Mai geplante neue Boulevardkomödie mit Thomas Holländer (Ludwigshafen) und Anja Reich (Osthofen) in den Hauptrollen, für die ebenfalls schon eifrig geprobt wurde. „Zuerst haben wir sie auf Juli verschoben, jetzt sieht es so aus, dass es vor Herbst nichts wird.“ Man könne eben einfach im Moment gar nichts planen, klagt Stijelja. „Aber wenn es wieder losgeht, haben wir dann so viele Stücke, dass wir fast eine Premiere pro Monat machen könnten.“ Das ist er wieder, der typisch Stijelja’sche Optimismus.