Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Krise: Warum ein Gastronom nicht kapitulieren will

Viel gemütlicher: der Marktplatz im Sommer.
Viel gemütlicher: der Marktplatz im Sommer.

Die Verunsicherung in Neustadt angesichts der andauernden und sich wieder zuspitzenden Corona-Krise ist förmlich mit den Händen zu greifen. Anfang der Woche haben mehrere Gastronomen vom Marktplatz für Aufsehen gesorgt, weil sie angesichts der aktuellen Lage und der eingebrochenen Gästezahlen ihre Lokale nun wieder schließen. Formal gibt es zwar keinen Lockdown, aber nach Ansicht der Wirte wirkt sich die neue 2G-plus-Regelung, wonach nur noch Geimpfte oder Genesene, die zudem einen tagesaktuellen Test vorweisen müssen, in ein Lokal dürfen, wie eine erneute verordnete Schließung. Die Gastronomen berichteten von Umsatzeinbrüchen von rund 90 Prozent, da die meisten Gäste den Aufwand scheuten, sich für ein Essen oder einen Kaffee noch um einen Corona-Test zu bemühen.

„Sonst brummt es“

Lediglich das erst seit ein paar Monaten geöffnete Gianni will weitermachen und um jeden Gast kämpfen. Auch vom Café Extrablatt kommen nun solche Signale. Gianluca Raneri sagt, für ihn sei Neustadt derzeit wie eine Geisterstadt. Es seien kaum Menschen unterwegs, und der wegen des abgebrochenen Weihnachtsmarkts leere Marktplatz biete ein trauriges Bild. Das werde weiter verstärkt, wenn nun auch noch die Lokale schließen. Sein Café bleibe daher offen. „Wir wollen nicht kapitulieren“, so beschreibt er seine Entscheidung. Da er eine Kette im Rücken habe, bekomme er vielleicht etwas mehr Unterstützung als so mancher Kollege. Somit sei seine Entscheidung, weiter Gäste zu bewirten, auch ein kleiner Marktplatz-Mutmacher, nicht zu resignieren: „Vielleicht können wir so erreichen, dass sich wieder ein paar Menschen zu uns trauen.“

Raneri sagt, dass auch bei ihm die Umsätze eingebrochen seien – vor allem seit 2G-plus gelte. „Aber wir passen gut auf, bieten vor Ort auch Tests an“, sagt der Gastronom. Er wolle durchhalten, so lange es machbar und vertretbar sei. Denn die Gäste, die trotz der Umstände kommen, fühlten sich wohl im Lokal und seien froh über die Abwechslung im Corona-Alltag. Aber es sei schon bitter, momentan nur „vereinzelte Gäste“ begrüßen zu können: „Sonst brummt es normalerweise im Dezember.“

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