Neustadt C-Balthasar „springt wie Schweizer Uhrwerk“

Hassloch. Am Mittwoch war die Haßlocher Pfalzmühle ein Schaufenster für Pferdezucht und -sport. Denn bei seinem Jungpferdetag hatte der RSV Haßloch spannende Prüfungen im Programm, und gleichzeitig präsentierten die regionalen Pferdezüchter den Fohlenjahrgang 2015. „Dieses Turnier kommt bei den Reitern einfach gut an“, erklärte Turnierrichter Heinz Orth aus Fußgönheim. Der Weisenheimer Axel Schmidt siegte gleich dreimal.
Orth: „Entscheidend sind hier Talent, Einstellung und Leistung der vorgestellten Youngster. Genau das meinen die Reiter, wenn sie von der Qualität eines Pferdes reden.“ Der Turnierrichter zog eine positive Bilanz: „Als Jury hatten wir die schöne Aufgabe, im L- und M-Bereich einige Pferde von sehr guter Qualität zu bewerten.“ Schon die Fohlenschau im Vorfeld hatte einige Hingucker zu bieten: Besonders spannend ist für Züchter hier immer, wie sich die ersten Fohlenjahrgänge junger Hengste präsentieren. Ein echter Blickfang war zum Beispiel das noble Fohlen, das Joachim und Miriam Gaa aus Böhl-Iggelheim vorstellten. Die dunkelbraune Tochter des hannoverschen Junghengstes Diacontinus und der im Springen erfolgreichen Dolly Dorina zeigte sich bildhübsch und mit lockerem Trab. Werbung für den Zweibrücker Junghengst C-Balthasar, der auf Gestüt Salmhof bei Familie Roth in Freimersheim zu Hause ist, machte dann ein braunes Hengstfohlen aus der Zucht von Sephora McElroy aus Bensheim. Auch in den Jungpferdeprüfungen dominierten junge Väter. Im Eignungstest aus Dressur plus Parcours ritt Eva Raab vom RFV Queidersbach ihren fünfjährigen Haflingerhengst Wonder Boy R an die Spitze. Auf dem Springplatz wollte die Jury dann guten Galopp und am Sprung eine möglichst ideale Technik sehen. Zum Sieg in der Zwei-Sterne-Klasse A pilotierte Axel Schmidt vom RFV Weisenheim am Sand den auffällig bunten Holsteiner Nacho aus eigener Zucht. Und auch in der Klasse L führte Axel Schmidt die Siegerehrung an: Den sechsjährigen Hengst C-Balthasar stellte er bereits zum Auftakt in sehr guter Form vor, was die Jury mit der hohen Wertnote 8,5 quittierte. Zum Schluss der Prüfung brachte Schmidt dann den fünfjährigen Holsteiner C-Bruno an den Start, der sich noch einen Tick besser präsentierte. Mit einer Wertnote von 8,8 machte Axel Schmidt damit Sieg Nummer zwei klar. Holger Deichsel vertrat hier mit Chiantara die Farben des RC Neustadt und sicherte sich mit der Mecklenburger Stute den siebten Platz. Im anspruchsvollen M-Springen war dann auch die Cleverness der Pferde am Hindernis gefragt. Schon ganz zu Anfang gelang Axel Schmidt mit C-Balthasar hier eine Runde nach Maß. „Was? Wie war das? Eine 9,0?“ Erstaunt äußerte sich mehr als ein Zuschauer am Rand des Parcours, und auch die Experten fragten kurz nach, denn eine so hohe Note wird nur selten vergeben. Für die Jury erklärte Turnierrichter Heinz Orth die Bewertung: „Der Schimmel galoppierte absolut rhythmisch, sprang wie ein Schweizer Uhrwerk und zeigte dabei noch eine überzeugende Technik – wenn sich das Pferd sehr gut zeigt, dann muss man als Richterteam auch ein ,Sehr gut’ vergeben. Und nichts anderes bedeutet die 9,0.“ Damit hatte der Weisenheimer Axel Schmidt den dritten Sieg an diesem Tag klargemacht. (adx)