Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Biene-Maja-Land lockt Sabrinas Mockenhaupt-Gregor zum Lauf in die Pfalz

45-mal deutsche Meisterin und am Wochenende in Haßloch am Start: Sabrina Mockenhaupt.-Gregor.
45-mal deutsche Meisterin und am Wochenende in Haßloch am Start: Sabrina Mockenhaupt.-Gregor.

Klangvoller Name beim Osterlauf: Die vielfache deutsche Meisterin Sabrina Mockenhaupt-Gregor war da. Und natürlich ließ die frühere Olympia-Elfte auch die Männer hinter sich. Dabei war es ein Zufall, dass die 43-Jährige in der Pfalz gestartet ist.

Die Läuferwelt wurde beim Osterlauf in Haßloch auf den Kopf gestellt. Die schnellsten Läufer beim Sieben-Kilometer-Wettbewerb und beim Halbmarathon waren Läuferinnen. Bereits vor dem Start hatte Aufregung unter den Experten geherrscht. Denn eine Lauf-Ikone hatte sich kurzfristig für die sieben Kilometer Distanz angemeldet. Die große Fragen eine halbe Stunde vor dem Start lauteten nur: Wo ist sie? Und startet sie wirklich hier im Dorf?

Die Rede ist von Sabrina Mockenhaupt-Gregor. Die 43-Jährige beherrschte über viele Jahre hinweg die Langstrecklerinnen-Szene in Deutschland und hat 45 deutsche Meistertitel gesammelt, darunter drei Titel im Halbmarathon. Sie war dreifache Olympiateilnehmerin, ihre beste Platzierung war in Peking mit Rang elf und einer Zeit von 31:14 Minuten über 10.000 Meter. Dreimal Bronze bei Europameisterschaften lautete ihre Medaillenausbeute bei internationalen Meisterschaften. Vor drei Jahren war die Geburt ihrer Tochter Ruby Olivia.

Erst drei Tage zuvor entschieden

Tatsächlich traf Mockenhaupt-Gregor, von ihren Fans liebevoll „Mocki“ genannt, pünktlich zum Start am Haßlocher Vogelpark ein. Perfekt geschminkt, war auch vorher noch Zeit für viele Fotos mit den zahlreichen Fans.

Während die Mama auf die Strecke ging, wartete die kleine Tochter mit Papa Kay Gregor im Zielbereich. Der Ehemann verriet, dass sich die Familie erst drei Tage zuvor für einen Abstecher nach Haßloch entschieden hatte. „Wir wohnen in Metzingen (Nähe Stuttgart) und suchten einen Lauf zwischen unserem Wohnort und Siegen, wo wir heute noch hinfahren. Und da bot sich Haßloch an. Nach dem Lauf besuchen wir jetzt das Biene-Maja-Land im Holiday-Park, dann geht es weiter“, erzählte er.

Rutschige Strecke

Mama Mocki gab derweil gewaltig Gas und hängte sogar die Männer ab. In 25:43 Minuten war sie im Ziel, auch Annika Leinenweber (Salzburg) war in 26:05 Minuten noch vor dem schnellsten Mann im Ziel. Tom Baak (Berlin) hatte es mit seinen 2,03 Metern Körpergröße schwer auf dem Kurs, wie der Niederländer danach berichtete. „Es war ziemlich rutschig, ich musste oft abbremsen. Bis Kilometer zwei war ich noch mit den beiden Frauen zusammen. Dann ließ ich sie ziehen, sie hatten es einfach leichter.“

Bei Mockenhaupt-Gregor zeigte sich im Ziel indes kein Schweißtropfen auf der Stirn, auch das Make-up war noch tadellos. Sie hatte gleich wieder Luft und erzählte: „Es war heute nicht so schwer, Gesamtsiegerin zu werden. Die schnelleren Männer sind sicher bei den großen Osterläufen am Start. Und ich fand es auch super, mit Annika zu laufen. Es ist schön, Konkurrenz zu haben.“

Tipp von einer Laufkollegin

„Mocki“ trainiert immer noch fünf- bis sechsmal in der Woche. Sie setze sich kleine Ziele, wenn sie dann eine Startnummer angepinnt habe, laufe sie immer zehn Sekunden schneller als sonst, erzählt sie. Aber es sei heute schon schwierig gewesen, auch sie sei oft weggerutscht.

Dass sie an diesem Tag in Haßloch gestartet sei, sei aber reiner Zufall gewesen, weil sie von einer Laufkollegin über Instagram von dem Lauf erfahren habe, betonte Mockenhaupt-Gregor. Auch nach dem Lauf nahm sie sich noch viel Zeit für Fotos mit den Läufern, bevor sie mit Mann und Tochter zum Familienprogramm überging. Immerhin schloss sie eine Wiederholung im nächsten Jahr nicht aus, so gut habe ihr die familiäre Umgebung gefallen. Übrigens: Auch der fünfte Gesamtplatz über sieben Kilometer ging an eine Frau. Andrea Meyer (TV Kirrweiler) benötigte 28:38 Minuten.

Drei Generationen am Start

Mathew Fraser, sein Sohn Oliver und seine Mutter Jacqueline Smith hatten am Samstag ebenfalls auf „Familie gemacht“. Alle drei nahmen am Osterlauf teil. Oliver Fraser, der beim LCH trainiert absolvierte den Jugendlauf über 3200 Meter, sein Vater und seine Oma wählten die sieben Kilometer Strecke. Jacqueline Smith allerdings tat sich etwas schwer. Ihr Sohn erzählte: „Meine Mutter läuft in England die „Parc-Runs“, die sind nur fünf Kilometer lang. Man merkt dann schon, wenn es zwei Kilometer mehr sind.“ Smith kam in 57:35 Minuten ins Ziel.

Ihr 48-jähriger Sohn war nur gestartet, weil seine Mutter mitlief. Er war nach eigenen Angaben vollkommen untrainiert, ließ sich von der familiären Atmosphäre anstecken und benötigte 48 Minuten für die Strecke.

Auch im Halbmarathon gewinnt eine Frau

Beim Halbmarathon schließlich siegte Tanja Hellmann (LG Rülzheim), die bereits unter ihrem Mädchennamen Griesbaum die pfälzische Laufszene beherrscht hatte. Die 32-Jährige hat bereits zwei Jungs, die sie auch ab und zu mit einem der üblichen Viren anstecken, die Kleinkinder nach Hause bringen. Dennoch absolviert sie viele Wettkämpfe und hat mittlerweile auch zwei Marathonläufe bestritten. Sie siegte in 1:20:26 Stunden vor dem schnellsten Mann, Jan Fuhrmann (LLG Wonnegau) in 1:21:51 Stunden.

LCH-Vorsitzender Gerd Berlin hofft, bei den über 300 Teilnehmern, darunter aber auch viele Kinder aus dem eigenen Verein, die keinen Startbeitrag zahlen mussten, kein Minus zu machen. Berlin: „Die neue Zeitnehmerfirma „Team Race-Result Baden-Württemberg“ kostet jetzt etwas mehr, aber wir haben ansonsten nur ehrenamtliche Helfer im Einsatz.„

Matthew Fraser lief ebenso mit wie seine Mutter und sein Sohn.
Matthew Fraser lief ebenso mit wie seine Mutter und sein Sohn.
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