Neustadt Bibelmuseum erwirbt Neustadter Bibel von 1594

Die Neustadter Bibel von 1594 war nach mehreren kleineren Vorgängern die erste Ausgabe im Folio-Format und gilt als die prächtig
Die Neustadter Bibel von 1594 war nach mehreren kleineren Vorgängern die erste Ausgabe im Folio-Format und gilt als die prächtigste aller zwischen 1579 und 1596 in Neustadt entstandenen Bibeldrucke.

«Neustadt». Das Pfälzische Bibelmuseum in Neustadt hat den Bestand seiner Neustadter Bibeldrucke aus der Werkstatt des reformierten Druckerverlegers Matthäus Harnisch um eine prachtvolle Ausgabe der Neustadter Bibel von 1594 erweitert. Das neue Glanzstück der Sammlung wird vom Leiter des Museums, Michael Landgraf, am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert.

Landgraf

entdeckte das äußerst seltene und besonders gut erhaltene Exemplar nach eigenen Angaben übers Internet bei einem Antiquariat in der Schweiz und schlug sofort zu. Die Neustadter Bibel von 1594 war nach mehreren Vorgängern im handlichen Quartformat die erste großformatige Ausgabe im Folio-Format (Buchrücken etwa 32-35 Zentimeter) und gilt wegen ihrer Ausstattung als die prächtigste aller zwischen 1579 und 1596 in Neustadt entstandenen Bibeldrucke. Sie umfasst den Luthertext mit der 1579 eingeführten Verszählung und der reformierten Kommentierung von David Pareus, außerdem aber noch mehrere neu aufgenommene apokryphe Bücher und ein ausführliches Register. Im Anhang wurden das damalige Gesangbuch der Kurpfalz, die Psalmengesänge des Ambrosius Lobwasser, der Heidelberger Katechismus, die kurpfälzische Kirchenordnung und Schautafeln zu biblischen Kultgegenständen, der Arche Noah und dem Jerusalemer Tempel hinzugefügt. Zudem wurde ein 1583 entstandenes bibelkundliches Werk aus Frankfurt beigebunden. Für Landgraf ist die Bibel, deren Kaufpreis nicht genannt wird, ein wichtiges Zeugnis einer Zeit, in der Neustadt mit seiner Hochschule, dem Casimirianum, ein europaweit beachtetes Zentrum der reformierten Welt war. Um das neue Glanzstück im Museum angemessen zu präsentieren, wurden neue Vitrinen angeschafft und die Dauerausstellung umgestaltet. Die Neuerwerbung steht nun im Zentrum der Ausstellung. Landgraf will die Bibel der interessierten Öffentlichkeit erstmals am Dienstag, 9. April, von 10 bis 16 Uhr und von 19.30 bis 21 Uhr vorstellen und die historischen und theologischen Hintergründe erläutern. Der Eintritt ist frei.

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