Neustadt Bewusst für Altenpflege entschieden

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Es sei ein überwältigender Empfang durch den bisherigen Einrichtungsleiter Walter Duffing, die Mitarbeiter und die Bewohner gewesen, als sie ihren ersten Arbeitstag angetreten habe, berichtet Vocke im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Bereits 2007 bis 2009 war Christine Vocke als Pflegedienstleiterin im Theodor-Friedrich-Haus (TFH) beschäftigt, und „von der Einrichtung, den Menschen und der Atmosphäre begeistert“. Aus Spaß habe sie damals gesagt, dass sie irgendwann die Nachfolge Duffings antreten werde. „Dass das wahr werden würde, daran habe ich nicht geglaubt.“ Aber jetzt sitzt sie hinter dem aufgeräumten Schreibtisch, wirkt entspannt und ist voller Tatendrang für ihre neuen Aufgaben. Als großen Vorteil für die Leitung der Einrichtung sieht die 54-Jährige ihren beruflichen Werdegang: Ihr Berufsziel sei schon immer Krankenschwester gewesen. Nach der Ausbildung am Theresienkrankenhaus Mannheim habe sie früh in der Stationsleitung mitgearbeitet, danach in der ambulanten Krankenpflege in Heidelberg, später auch in der Altenpflege. Sie habe sich entschieden, die Fachhochschulreife zu machen, „aber auch viel gearbeitet“. In einem sozialen Brennpunkt hat sie sich um Mutter-Kind-Gruppen gekümmert. „Wichtig war mir immer ein enger Bezug zu den Menschen“, betont Vocke. Sie habe sich nach ersten Erfahrungen in der Altenpflege bewusst dafür entschieden, „um den Menschen zu helfen, mit einem Gespräch, kleinen Erledigungen, mit einem bisschen Zeit.“ Auch in der Familienphase – Vocke ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter – habe sie in Teilzeit gearbeitet. Das war möglich, da sie die Arbeitszeiten mit ihrem Mann abstimmen konnte, um die Kinder versorgt zu wissen. Aber immer wieder habe es sie gedrängt, etwas Neues zu machen, sich weiterzubilden. Mit 40 Jahren entschloss sie sich für dann für ein achtsemestriges Studium „Pflegeleitung“. Bereits vor dem Abschluss des Studiums nahm sie eine halbe Stelle als Pflegedienstleiterin in Ludwigshafen an, konnte so Theorie und Praxis vereinen. 2007 kam sie über persönliche Kontakte, aber doch eher zufällig zum Landesverein für Innere Mission (LVIM), der auch Träger der Einrichtung in Haßloch ist. „Ich habe mich dort immer sehr wohlgefühlt, die Strukturen haben gestimmt, die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist sehr angenehm“, erzählt Vocke. Nach zwei Jahren als Pflegedienstleiterin sollte sie diese Position in Wachenheim besetzen. Es sei eine Herausforderung gewesen. Die Aufgabe dort war, Strukturen zu verändern und die Qualitätssicherung durchzuführen. Kurzfristig hat sie gleichzeitig in Haßloch und Wachenheim gearbeitet, aber das sei längerfristig nicht sinnvoll gewesen. Bis 2013 dauerte die Tätigkeit, aus gesundheitlichen Gründen habe sie damals den LVIM verlassen. Danach war Vocke bei der Evangelischen Altenhilfe beschäftigt, war Mitglied im Qualitätszirkel, im Komitee für Prüfungen des medizinischen Dienstes. „Aber ich wollte wieder zurück zum LVIM, zu den tollen Kollegen, von denen man immer unterstützt wird“, betont Vocke, „man kann nur im Team was bewirken.“ Und so übernahm sie 2015 die Pflegedienstleitung im Pfarrer-Johann-Schiller-Haus in Wörth. Die Fahrten zum Arbeitsplatz seien belastend gewesen und so habe sie sich auf die Stelle in Haßloch beworben und sei aus einer Reihe von Bewerbern ausgewählt worden. „Ich sitze auch schon mal bis spät abends im Büro, stehe für Kollegen oder Angehörige bei Bedarf auch zu außergewöhnlichen Zeiten bereit“, sagt Vocke. „Aber man darf sich nicht selbst vergessen.“ Sie habe eine tolle Familie, die immer hinter ihr stehe und sie unterstütze. Ihre Ziele für das Theodor-Friedrich-Haus: kontinuierlich weiterarbeiten und nichts verändern, was gut funktioniert, aber auch Schwerpunkte setzen und den Fokus darauf richten, was für die Menschen wichtig sei, „denn die Altenpflege erfordert ein hohes Maß Professionalität und Qualität“. Wichtig seien Kommunikation und ein gutes Miteinander, für die Bewohner, die Kollegen, die Angehörigen, die Besucher, die Ehrenamtlichen. Außerdem brauche sie klare Strukturen, denn sie sei „eine kleine Perfektionistin“. Sie wolle jeden Bewohner besuchen, sich alle Namen einprägen. „Das wird eine Herausforderung“, meint Vocke lachend. Und Lachen sei wichtig für sie, ebenso wie ihre Familie, ihre Freunde und ihre Hobbies: lesen, Theaterbesuche, Musicals, reisen oder kreativ sein. Vorsatz für 2016: „Mehr auf meine Gesundheit achten und wieder Zeit für das Nordic Walking finden.“ (uhk)

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