Neustadt „Beweis für die Existenz des Lagers“

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Zeichnungen des früheren Elmsteiner Lehrers, Autors und Heimatforschers Heinrich Weintz hat Wolfgang Ross, Leiter des Redaktionsteams der Elmsteiner Heimatschriften, in einem Karton im Elmsteiner Gemeindearchiv gefunden. Eine der Zeichnungen zeigt ein Barackenlager in der Möllbach, in dem gegen Ende des Zweiten Weltkriegs vermutlich Kriegsgefangene oder ausländische Zwangsarbeiter untergebracht waren.

„Damit ist belegt, dass es dieses Lager tatsächlich gab“, sagt Ross, der in der im vergangenen Jahr erschienenen Elmsteiner Heimatschrift über dieses Barackenlager geschrieben hatte. Wie Ross berichtet, hat er bei Recherchen im Elmsteiner Gemeindearchiv zufällig in einem Karton einen Skizzenblock mit Zeichnungen von Heinrich Weintz gefunden. Auf einer dieser Zeichnungen, die das Datum 13. Juni 1944 habe, sei das Barackenlager zu sehen. Im Gemeindearchiv stünden mehrere Kartons aus dem Nachlass von Heinrich Weintz, die noch nicht gesichtet und sortiert seien, so Ross. In dem Archiv gebe es jede Menge zu tun. Die Ehrenamtlichen, die sich im Archiv engagiert hätten, seien inzwischen gestorben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, die Dokumente im Archiv zu sichten und zu ordnen. Bisher sei die Suche nach Ehrenamtlichen erfolglos verlaufen, bedauert Ross, der in Ludwigshafen wohnt, jedoch enge Verbindung zu Elmstein hat. In seiner Kindheit lebte der heute 73-Jährige einige Zeit bei seinen Großeltern in der Elmsteiner Annexe Schafhof. Später lebte seine Mutter da, Ross selbst hatte dort längere Zeit einen Zweitwohnsitz angemeldet. Bei seinen Recherchen habe er herausgefunden, dass 1939 damit begonnen worden sei, in der Möllbach ein Freibad zu bauen. „Die Pläne liegen im Archiv“, sagt Ross. Das Freibad sollte Teil eines Standorts der nationalsozialistischen Aktion „Kraft durch Freude“ werden. Daraus sei wegen des Kriegs nichts mehr geworden. Und später sei ein Gebäude als Gefangenenlager genutzt worden. Wo genau in der Möllbach dieses Gebäude gestanden habe, sei nicht bekannt, kritisiert Ross. Auf den anderen Zeichnungen, die er gefunden hat und die von Klaus Kullmer gescannt und archiviert wurden, seien verschiedene Motive aus dem Ort zu sehen. „Teils rätseln wir noch, welche Stellen im Ort es sind“, erzählt Ross. Elmstein habe sich inzwischen ziemlich verändert. Ross und seine Mitstreiter bei den Elmsteiner Heimatschriften würden sich freuen, wenn sie bei der Zuordnung der Motive Unterstützung bekämen. „Von den Elmsteinern kommen allerdings generell wenig Informationen“, bedauert Ross. Hinweise und Informationen wünschen sich die Autoren der Elmsteiner Heimatschriften auch zu einigen Themen, die für die nächsten Ausgaben geplant sind. Etwa über die Buckelwiesen, die ehemaligen Mühlen in der Elmsteiner Gemarkung, das frühere Schwesternhaus der Niederbronner Schwestern und die Heidelbeerernte. Für die Elmsteiner, die überwiegend recht arm gewesen seien, habe die Heidelbeerernte im Wald einen besonderen wirtschaftlichen Stellenwert gehabt, weiß Ross. So habe es früher eigens Schulferien gegeben, damit die Kinder beim Pflücken der Beeren hätten helfen können. Auch habe der Gemeinderat im Jahr 1929 eine Heidelbeer-Marktordnung erlassen, in der der Verkauf der Heidelbeeren geregelt worden sei. Die Autoren der Elmsteiner Heimatschriften seien nicht nur an Informationen, sondern auch an Bildern, Dokumenten und Berichten aus früheren Zeiten interessiert, sagt Ross. Auch weitere Autoren würden gesucht. Zudem gebe es Überlegungen, einen Arbeitskreis Heimatforschung zu gründen, der sich auch um das Gemeindearchiv kümmern könnte. (ann/Foto: Archiv)

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