Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Benefizkonzert für die Tafel: Chor-Gala mit Ohrwürmern satt

Der Chor „Chrsitcendo“ aus Mußbach sang zum Auftakt des Benefizkonzerts.
Der Chor »Chrsitcendo« aus Mußbach sang zum Auftakt des Benefizkonzerts.

Zu Gunsten der Tafel Neustadt-Haßloch hatte der Stadtverband Kultur zum Benefizkonzert in die Martin-Luther-Kirche geladen; und das Programm dreier Chöre begeisterte ein vielzähliges Publikum.

Viel Publikum hatte sich am Freitagabend auf den Weg gemacht in die Martin-Luther-Kirche. Kultur und Soziales, besser: Kultur hilft Sozialem schwebte als Motto über dem Abend, der auf dem Podium vor dem Altar gleich drei Neustadter Chorensembles versammelte. Die hatten sich nach der Einladung durch den Stadtverband Kultur nicht lange bitten lassen, gemeinsam ein Benefizkonzert zur Unterstützung der unabdingbar wertvollen Arbeit der Tafel Neustadt-Haßloch zu gestalten.

Schon zum zweiten Mal waren sie dabei als Benefiz-Motoren mit im Boot, wie der locker durchs Programm geleitende Pascal Bender ausführte: die Chöre „Christcendo“ Mußbach, „Perpetuum Cantabile“ Duttweiler und „CHORiander“ Mußbach.

Kultur hilft Sozialem

Kulturelles Engagement für soziale Brennpunkte. Ein solcher ist die Tafel durchaus, einfach ihrer ständig anschwellenden Klientel wegen bei gleichzeitig zurückgehendem Aufkommen an Naturalienspenden. Rund 250 Haushalte in Neustadt und etwa 90 in Haßloch versorgt die Tafel derzeit, wie Eva-Maria Breitenbach und Jean-Claude Finck vom Leitungsteam ausführten; Tendenz steigend.

Und vor einem Jahr nun gründete sich der Förderverein der Tafel Neustadt-Haßloch, der auch Geldmittel generieren und zum Ankauf von Lebensmitteln bereitstellen darf, wie dessen Vorsitzende Claudia Albrecht referierte. Der die Spendengala auf Flügeln des Gesangs – selbst lange und vielfach aktives ehemaligen „Weinkehlchen“ – wahrlich aus tiefstem Herzen sprach.

Kein Raum für Langeweile

Ein höchst facettenreiches Programm aus Rock, Pop und Schlager dominierte den Abend, aktuelle Arrangements, ebenso wie Oldies, mal elegisch, mal rhythmisch durchgestylt. Kein noch so kleiner Raum für Langeweile. Zum Auftakt präsentierte „Christcendo“, der moderne Chor der protestantischen Kirchengemeinde Mußbach, unter Leitung von Jochen Bähr Songs zwischen Pepp und Melancholie; „Skyfall“ war dabei, das man aus der Interpretation durch Adele kennt, das temperamentvolle „Let your light shine“ mit viel Publikumsbeteiligung, aber auch stillere Stücke wie „You raise me up“ oder der unverändert aktuelle John-Lennon-Hit „Imagine“.

Mit „Perpetuum Cantabile“ betrat ein sehr jung rekrutiertes Ensemble das Podium. Unter Leitung von Carsten Klink überzeugte der immerhin schon seit 30 Jahren im Neustadter Künstlerdiskurs mitmischende Kammerchor mit fantastischen Arrangements des großartigen Oliver Gies („So soll es bleiben“ und „Platzregen im Park“), zelebrierten stimmungsvolle Songs wie „Nothing’s gonna change my love for you“ und „Viva la vida“ des Dänen Jens Johansen; durchweg sauber intoniert, überaus klangschön und temperamentvoll durchrhythmisiert.

Drei Ensembles mit Charisma

Schließlich formierte sich mit Viola Hoffmann am Pult das mitgliederstärkste Ensemble vor dem Altar: Obendrein feiert „CHORinader“ in Kürze auch noch sein 20-jähriges Bestehen und lieferte einige Glanzlichter seines Jubiläumskonzerts schon mal im Vorfeld und für die gute Sache. Dass das mit mehr als 40 Stimmen quer durch die Generationenskala proper besetzte Ensemble seine Programme auswendig singt, ist Markenzeichen und Teil seines unwiderstehlichen Charismas. Das ist ein Bonus, der gerade im Genre Pop gar nicht hoch genug bewertet werden kann.

Da bleibt Raum für Bewegung, schwingen die Körper rhythmisch mit, kann die Aufmerksamkeit sich fokussieren auf die Vorgaben vom Pult. Und die streute Viola Hoffmann prägnant, inspirierend und zielgenau. Großartig, das rauschhafte an- und abschwellende „Adiemus“ von Karl Jenkins, anrührend das „Be a light“ (Tim Hayden), und mit Udo Lindenbergs „Wir ziehen in den Frieden“ war man auf ebenso verstörende, wie doch auch wieder tröstliche Weise mit den Hier und Jetzt der Weltlage konfrontiert. Was der Chor an Arrangements präsentierte – es war perfekt durchgestylt und wurde engagiert und trittsicher übermittelt.

Zum Showdown versammelten sich alle drei Ensembles nochmals auf der Altarraum-Bühne; mit einem Welthit aus der Manufaktur der legendären Beachboys. „Barbara Ann“, der sich als Ohrwurm noch Stunden danach einfach nicht aus den Gehörgängen entfernen wollte. Großer, hochverdienter Beifall und wohlgefüllte Körbchen am Ausgang.

Spendenkonto

Förderverein Freunde der Tafel, IBAN: De 60 5465 1240 0005 9518 35

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