Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Beinahe Höchststrafe für SC Neustadts Gegner

 Lukas Schwarzkopf. Bei einem Fünfmeter hatte er Pech.
Lukas Schwarzkopf. Bei einem Fünfmeter hatte er Pech.

Dem SC Neustadt gelingt ein sehr guter Wiederbeginn in der 2. Bundesliga. Gegen Frankfurt mischt der Trainer im Becken fleißig durch.

Der Auftakt im Jahr 2025 ist dem Wasserball-Zweitligisten SC Neustadt mit einem 21:1 (4:0, 5:0, 8:1, 4:0) gegen Frankfurt gelungen. Eine Nachlässigkeit in der Abwehr verhinderte die „Höchststrafe“ für die Hessen, nämlich eine Niederlage ohne eigenen Treffer. Die Tore des SCN verteilten sich auf fast alle Feldspieler. Nur in den ersten acht Minuten gab es Probleme, die Konter erfolgreich abzuschließen. Später mischte SCN-Coach Thorsten Preuß im Becken fleißig durch: „Ich muss sie alle bei Laune halten. Es war schon hart, von unseren 15 Spielern zwei aus dem Kader zu nehmen, weil wir nur 13 Spieler aufstellen dürfen.“

Sein Team war in der Abwehr sehr aufmerksam. Frankfurt war kein echter Prüfstein, vielmehr ein leichter Trainingsgegner. Die Partie verlief auch sehr fair. Für Neustadt gab es drei Strafen, für die Hessen sechs.

Zwei Brüderpaare

Beim SCN ging zunächst Kristof Meszaros ins Gehäuse. Er war allerdings gesundheitlich angeschlagen, so wechselte nach der Pause Joona Vagts ins Tor.

Beim SCN stehen seit der neuen Saison zwei Brüderpaare im Kader. Die 22-jährigen Zwillinge Tim und Lukas Schwarzkopf sowie der 21-jährige Luis Ananias und sein 17-jähriger Bruder Matteo sind echte Eigengewächse. Der SCN hat die Nachwuchsspieler erfolgreich an die Männerklasse herangeführt. Preuß: „Wir wollen die Fehler vermeiden, die gerade bei Bundesligist Ludwigsburg dazu geführt haben, dass das Team dort in der A-Gruppe abgemeldet wurde. Man konnte die hohen Kosten der Spieler von außerhalb nicht mehr schultern.“

Der eine raus, der andere rein

Für Tim und Lukas gibt es sogar einen echten Konkurrenzkampf auf der Rechtsaußen-Position. Doch sie sehen das gelassen, sind meist nicht gleichzeitig im Becken. Geht der eine raus, geht der andere rein. Lukas: „Wir haben über die Saison verteilt die gleichen Spielanteile, und im Training sind wir sowieso immer alle Konkurrenten.“ Lukas Schwarzkopf hatte gegen Frankfurt Pech mit einem nicht anerkannten Treffer per Fünfmeter: „Der Schiedsrichter sagte, ich sei zu weit vorne gewesen. Aber das muss er korrigieren, bevor ich schieße.“ Tatsächlich hätte der Sieg des SCN auch um mindestens fünf Treffer höher ausfallen müssen.

Als Centerverteidiger hatte Luis Ananias viel zu tun, um vor seinem Gehäuse die Abwehr zu stabilisieren. Auch wenn er und sein Bruder Matteo, der meist auf der linken Position Richtung Angriff zieht, selten direkten Kontakt im Spielgeschehen haben, ist in der Familie Ananias Wasserball immer ein großes Thema. Vorbild ist schließlich Vater Lars, der aktiver Spieler beim SCN war und jetzt als Betreuer oft im Einsatz bei der U18 ist. Luis absolviert ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur in Mannheim. „Wir haben schon in der Jugend gelernt, Wasserball und Schule oder jetzt Studium unter einen Hut zu bringen, daher klappt das“, betont Luis Ananias.

Habel Betreuer bei den Hessen

Selbst bei Gegner Frankfurt war ein ehemaliger Nachwuchsspieler der SCN-U18 im Einsatz. Dante Habel spielte im Vorjahr noch mit Zweitspielrecht bei den SCN-Junioren, diesmal saß er als Betreuer bei den Hessen auf der Bank. Sebastian Held, Trainer der Frankfurter, war im Becken aktiv. Habel hatte es schwer, seinem Team gegen den agilen SCN beizustehen. „Ich habe versucht zu motivieren. So eine deutliche Niederlage haben wir nicht erwartet. Aber es war heute einfach schwierig“, so Habel.

Einer soll noch kommen

SCN-Coach Preuß hatte trotz des leichten Sieges einen anstrengenden Tag. Er habe den Tag der offenen Tür am Käthe-Kollwitz-Gymnasium mit über 1000 Besuchern managen müssen, es sei sehr viel vorzubereiten gewesen, verriet er. Preuß: „Wir waren deutlich verbessert. Ich freue mich für die Mannschaft.“ Auch SCN-Manager Michael Heinz, der seit November auch Vorsitzender des Schwimmclubs ist, zeigte sich zufrieden. Dennoch ist er dabei, während der Wechselphase im Januar noch mindestens einen neuen Spieler als Verstärkung zu verpflichten. Heinz: „Wir denken schon an die nächste Saison.“

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