Neustadt „Beim Futter muss die Qualität stimmen“

Gut im Futter: Die sieben Schweine haben schon Gewicht zugelegt.
Gut im Futter: Die sieben Schweine haben schon Gewicht zugelegt.

«DEIDESHEIM.» Nach einigen Monaten Mast ihrer sieben Schweine machen sich die 13 Jungs der „Saubande“ Gedanken, wann das nächste Schlachtfest auf dem Plan stehen soll. Bekanntlich findet so ein Ereignis im Winter statt. So weit sind sie aber noch nicht, denn die Schweine haben noch nicht die Reife, um geschlachtet werden zu können. Dafür müssen die freilaufenden Schweine noch gut gefüttert werden.

„Ohne sich Gedanken über die Fütterung zu machen, macht es keinen Sinn, Schweine zu halten. Da wir es mit Leidenschaft tun, achten wir genau darauf, was wir füttern“, sagt Eric Steffen. Die Devise ist klar: Es wird nur verfüttert, was aus kontrolliertem Anbau aus der Region kommt. Und zum Erzeuger müssen sie einen persönlichen Kontakt haben. Die Kartoffeln beziehen sie deshalb von Landwirt Josef Amberger aus Hochdorf-Assenheim, die Karotten von Gemüsebau Schlosser in Schifferstadt, die Gerste vom Landwirt Bernd Krämer in Rödersheim-Gronau und die eiweißhaltigen Futterbohnen aus Venningen. „Wir verfüttern hochwertiges Futter frei von Zusätzen und ohne Gentechnik“, so Andreas Schubing. Die Logistik erfordert Anstrengungen: „Zum Glück sind wir genügend Leute“, meint Johannes Eichberger. Kommuniziert wird beim monatlichen Stammtisch und per Whatsapp in einer eigens angelegten Gruppe. Die „Saubande“ hat keine Hierarchie, jeder vertraut dem anderen. „ Es hat sich aber herauskristallisiert, wer sich für welche Aufgabe angesprochen fühlt“, sagt Schubing. So kümmert er sich nicht nur um die regelmäßige Fütterung der freilaufenden Schweine, sondern bestellt die Karotten. Die Gerste ordert Jan Hock, die Futterbohnen Nicola Libelli, und um die Kartoffeln kümmert sich Manuel Langhauser. Mit einem Fuhrpark kann die Abholung des Futters problemlos erledigt werden. So können Martin Lucas mit Traktor und Anhänger, Eric Steffen und die Brüder Johannes und Ulrich Eichberger mit ihren Lkw jederzeit für den Futter-Nachschub sorgen. In den Lagerhallen des Margarethenhofs in Forst und bei Kellereibedarf Reinhardt in Deidesheim können Kartoffeln, Karotten und das Getreide zwischengelagert werden. „Die Qualität muss beim Futter stimmen“, sagt Schubing. Es muss teilweise noch verarbeitet werden. Gerste und Futterbohnen kommen in die Schrotmühle von Nicola Libelli, der regelmäßig das Getreide zerkleinert, ehe es verfüttert werden kann. Der gebürtige Italiener, im Hauptberuf Kellermeister des Weinguts Bürklin-Wolf, ist genauso mit Herzblut bei der Sache wie die Brüder Manuel und Christian Langhauser, die für den täglichen Nachschub von frisch gekochten „Grumbeere“ den eigens angeschafften Kartoffelkocher bedienen. „Es ist schon eine gewisse Organisation notwendig, aber das Schöne ist: Jeder fühlt sich verantwortlich, und deshalb klappt es gut“, sagt Eric Steffen. Der 25 Jahre alte Jungunternehmer ist von der ersten Stunde an dabei. „Zurück zu den Ursprüngen“, sagt Johannes Eichberger: „Wir haben es selbst in der Hand, dass wir gutes Fleisch und gute Wurst bekommen.“ Die „Saubande“ ist immer wieder überrascht, wie groß das Interesse von Freunden und Familien an ihrem Hobby, der Schweinemast, ist. „Wo gibt es heute noch Hausschlachtungen?“, so Eichberger. Beim letzten Schlachtfest konnten ihre Freunde kaum abwarten, bis die frische Hausmacher Wurst aus dem Kessel kam. Die Aktiven lassen sie auch andere teilhaben, wie bei der Verkostung der frischen Wurstwaren bei ihrem jährlichen Schlachtfest. Und sie spenden den Erlös aus der Schweinelenden-Versteigerung für einen sozialen Zweck. Inzwischen gibt es auch Gönner, die ihnen ein Spanferkel spenden oder sie bei ihrem Stammtisch zum gemeinsamen Essen einladen. „Hinter unserem Projekt steht eine Geschichte, und das macht das Ganze noch interessanter. Wir haben heute noch gemeinsam einen Riesenspaß“, sagt Eichberger.

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