Neustadt „Bei Grünflächen-Pflege mitunter Handlungsbedarf“

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Herr Klohr, wie ist denn Ihr Gemütszustand im Hinblick auf die Kirschessigfliege: Sind Sie gelassen oder nervös?

Im letzten Jahr hat sich die Kirschessigfliege ja verstärkt in ganz Europa gezeigt. Natürlich ist das ein Thema, das uns beunruhigt, gerade wenn man jetzt diesen warmen Winter erlebt. Die Experten hoffen, dass es noch einmal Frost gibt, und damit die Population geschwächt wird. Ich bin mir außerdem sicher, dass die Forschung vorangetrieben wird. Wir haben da eine sehr enge Kooperation mit dem DLR Rheinpfalz hier in Mußbach. Gibt es denn was, was jetzt sofort gemacht werden muss? Wir können gemeinsam bei den Wettergöttern anrufen. Der Forschungsstand ist ja zurzeit noch relativ unzureichend. Bei den Weinbautagen vergangene Woche war beispielsweise auch Thema, wie mit den Ausgleichsflächen und den Brombeerhecken verfahren werden soll. Dazu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Die Kirschessigfliege bevorzugt dunkle Früchte. Brombeerenhecken könnten sie zusätzlich in die Wingerte ziehen – oder aber von den Weintrauben ablenken. Was glauben Sie? Man kann sich da auf keine Seite verlassen, weil die Erkenntnisse noch unzureichend sind. Die einen sagen, alle Brombeerhecken müssen gerodet werden, die anderen wollen sie belassen und darauf hoffen, dass die Kirschessigfliege sich dort satt frisst. Was wäre Ihr Wunsch an die Stadt? Roden oder nicht? Mein persönlicher Wunsch ist nicht, dass wir die ganzen Grünflächen roden und eine braune Landschaft bekommen. Für uns als Weinerzeuger ist die landschaftliche Attraktivität wichtig. Wir leben auch vom Tourismus. Die Ausgleichsflächen sind für das Landschaftsbild wichtig – und auch für die Nützlinge. Nichtsdestotrotz müssen diese Anlagen gepflegt werden. Da gibt es mitunter schon Handlungsbedarf. Wie sieht’s mit Spritzen aus? Gehen Sie davon aus, dass das bei der Kirschessigfliege nötig sein wird? Es gibt ein Mittel auf dem Markt, das für den konventionellen wie für den Ökoweinbau zugelassen ist. Kommt es zu einem Befall mit der Kirschessigfliege, bietet dieses Mittel gute Chancen den Traubenertrag und die Qualität zu sichern.

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