Neustadt „Aus jedem das Beste herausholen“

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Seit 25 Jahren bildet Stefan Wayand in den Lehrwerkstätten im Jugendhof junge Menschen zu Maurern aus. Sie lernen beim ihm nicht nur ihr Handwerk, sondern auch soziale Kompetenzen. Für sein großes Engagement ist der Südpfälzer gestern mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie geehrt worden.

Das Kronenkreuz ist laut Diakonie „kein Orden und keine Auszeichnung“, es ist vielmehr „Ausdruck das Dankes und der Wertschätzung für die Treue und den Einsatz im Dienste des Nächsten“. Im Jugendhof, einer Einrichtung der evangelischen Heimstiftung im Verbund der Diakonie, hat Stefan Wayand aus Göcklingen in fast 26 Jahren rund 300 Jugendlichen beim Start ins Berufsleben geholfen. Das hatte er sich von Anfang an zum Ziel gesetzt: „Bei den jungen Menschen etwas zu bewegen. Jugendliche weiterzubringen, damit sie eine Chance haben.“ Jugendlichen, die keinen Schulabschluss gemacht haben oder die wegen Verhaltensstörungen oder Schulverweigerung auf dem freien Arbeitsmarkt wenig Möglichkeiten haben, zeigt Wayand einen Weg. Eine Ausbildung zum Maurer wollten zwar letztendlich nicht alle 300 machen, sagt er, „aber so viele haben sich bei mir zumindest gründlich über das Berufsbild informiert“. Für den Beruf entschieden hätten sich im Durchschnitt drei bis vier pro Jahr. In den vergangenen fast 26 Jahren „hat sich viel geändert“, sagt er. Im Gegensatz zu früher zeigten die Jungen heute „mehr psychische Probleme wie Schulstress oder Leistungsverweigerung“. Doch gemeinsam versuche das Team des Jugendhofs, „aus jedem das Beste herauszuholen“. Dazu sei es für ihn als Ausbilder wichtig, zunächst einen Bezug zu den „Jungs“ aufzubauen, sie nach Möglichkeit für den Beruf des Maurers, den auch Stefan Wayand als 15-Jähriger erlernt hat, zu begeistern. „Ich will wissen, wie sie ticken“, sagt er salopp, nur so könne das Betreuungs- und Ausbildungsangebot pädagogisch und psychologisch direkt auf jeden einzelnen zugeschnitten werden. Die dreijährige Ausbildung zum Maurer ist für die 15- bis 18-Jährigen kein Zuckerschlecken. In der Schule und in der hauseigenen Maurerwerkstatt sowie bei Firmen müssen sie die theoretischen und praktischen Grundlagen für die sechsstündige Prüfung vor der Handwerkskammer erwerben. Sie müssen lernen, im Team zu arbeiten und auch, welch wichtige Rolle Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit im Beruf spielen. Wayand freut sich darüber und ist auch stolz darauf, dass 90 Prozent seiner Auszubildenden die praktische Prüfung bestehen. Würde er diesen Beruf wieder ergreifen? „Ja“, sagt er ohne zu zögern. Er habe gewusst, was da auf ihn zukommt, als er sich vor 25 Jahren um die Stelle bewarb. Nach seiner Gesellenprüfung hatte er 15 Jahre als Maurer gearbeitet, hatte unter anderem die Verantwortung als Kolonnenführer und stellvertretender Meister. Er engagierte sich in der Ausbildung und war auch von der Handwerkskammer als Ausbilder anerkannt. Für seine Arbeit im Jugendhof bildete er sich zur Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung weiter, wozu auch das Erwerben sonderpädagogische Zusatzqualifikationen zählte. „Mein Beruf ist mein Hobby“, sagt der 56-Jährige. Doch er hat noch eine weitere Leidenschaft: Er spielt Gitarre, textet und komponiert auch eigene Lieder. Und schlägt auch da eine Brücke zu seinem Beruf: Mit den Jungs zusammen singt er gern auch das „Maurerlied“ mit dem Refrain „Wir mischen eins zu eins“. „Damit sie wissen, wo sie hingehören“, sagt er, denn „auch gemeinsames Singen trägt auch dazu bei, sich als Mitglied einer Gemeinschaft zu fühlen“. (hjm)

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