Neustadt
Aufgelesen: Perfekte Pfälzer Botschaft an die Welt
Es ist noch gar nicht lange her, als sehr aufgeregt darüber diskutiert wurde, was einen Botschafter in Sachen Pfalz und Wein ausmacht. Man sprach darüber, ob Männer und Frauen gleichermaßen als Repräsentanten tätig werden könnten. Uneins war man sich über Insignien, also darüber, ob eine Krone, eine Anstecknadel oder weitere schmückende Beigaben als Alleinstellungsmerkmale erforderlich seien.
Doch es geht auch anders, viel simpler und ehrlicher. Auf einem Wohnmobil, das unser Fotograf Kai Mehn in Hambach entdeckte, liest man an prominenter Stelle: „Pälzer unnerwegs“. Offensichtlich ist der Wagen nicht nur in der Region auf Tour, denn dann müsste man auf die eigene Herkunft ja nicht hinweisen. In allen anderen Landstrichen macht Werbung für die Pfälzer Lebensart durchaus Sinn. Eine kleine Warnung an Unerfahrene im Umgang mit Pfälzern auch.
Hinweis auf geselliges Völkchen
Mit den prägnanten Symbolen zweier gut gefüllter Dubbegläser auf der Motorhaube dürfte auch anderssprachigen Betrachtern klar sein, dass es sich um ein geselliges Völkchen handeln muss. Schließlich wird mit den Gläsern wohlwollend und freundschaftlich angestoßen – mit einem Schoppen Schorle und nicht mit vornehmen und vielleicht auch etwas distanzierten Stielgläsern.
Darunter ist das Hambacher Schloss aufgezeichnet, die Wiege der Demokratie. Damit ist die weltoffene, freiheitsliebende und diskutierfreudige Einstellung des Pfälzers gut beschrieben. Eine Tradition, die ihren Ursprung in der Pfalz fand und ihre bodenständige Freundlichkeit nicht verloren hat. Als Pfälzer Botschaft an die Welt sollte dies ausreichend sein.