Neustadt Auch beim Kirchentag: Grooven und fetzen

Viel Erfahrung mit Auftritten beim Kirchentag: die New Brass Big Band aus Mußbach.
Viel Erfahrung mit Auftritten beim Kirchentag: die New Brass Big Band aus Mußbach.

Wenn am Mittwoch der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin beginnt, ist die New Brass Bigband des Posaunenchors Mußbach mit dabei. Für das Laien-Ensemble nicht der erste Auftritt beim Kirchentag – der war 2007 in Köln – aber immer ein besonderer Reiz.

Gleich zwei Konzerte wird die New Brass Big Band unter der musikalischen Leitung von Ralph „Mosch“ Himmler beim Kirchentag spielen. Und das, obwohl ihre jazzigen und teils sogar rockigen Klänge gar nicht mal typisch für die christliche Großveranstaltung sind, wie Himmler weiß. Weniger die Botschaft stehe bei den Stücken des Ensembles im Mittelpunkt, „stattdessen soll unsere Musik in die Glieder fahren, grooven und fetzen“, sagt der gebürtige Lambrechter, der seinen Spitznamen „Mosch“ noch alten Hänseleien aus der Schulzeit verdankt. Tatsächlich kennt sich der harte Kern der Truppe noch genau aus dieser Zeit. „Wir sind gemeinsam aufs Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium gegangen“, erzählt Saxophonist Bernhard Foitzik. Im Jahr 2003 für ein Weihnachtskonzert in der Mußbacher St. Johannes Kirche gegründet, gehören der New Brass Bigband heute nicht nur Musiker aus Neustadt an. Weitere Mitglieder kommen aus dem Großraum Karlsruhe, Kaiserslautern und Frankenthal. Die Jüngste ist gerade mal 18, der Älteste 62 Jahre. „Wir sind fast wie eine Familie, eine Art Pfadfinder-Truppe“, so Himmler. Denn alle wollten das Gleiche: die Zuhörer unterhalten. „Das sind dann auch mal echte Krawall-Stücke“, meint Foitzik und lacht. Man setze dabei auf den musikalischen Überraschungseffekt. Personell kann die New Brass Bigband aus den Vollen schöpfen: Viele Instrumente sind doppelt besetzt. Statt der üblichen Bigband-Stärke von 17 Leuten sind es hier allein 24 Instrumentalisten. Hinzu kommen die Solistensänger. Das Tolle dabei, so der organisatorische Leiter Alexander Bähr: „Bei unseren Proben ist fast immer die komplette Band anwesend und dann auch höchst konzentriert bei der Sache“. Eine Professionalität, die der guten Stimmung untereinander aber keinen Abbruch tut. Nach getaner Arbeit gehe fast niemand direkt nach Hause, „wir unterhalten uns noch über Fußball, Politik oder das letzte Weinfest und helfen uns auch privat mal aus“, berichtet Foitzik. Groß ist daher auch die Vorfreude auf die gemeinsame Reise nach Berlin. Am Mittwoch geht’s mit dem Privatauto los, übernachtet wird in einem Motel. Der erste Auftritt beim Kirchentag steht am Donnerstagvormittag in der Kirche am Lietzensee an, der Rest des Tages ist frei. Foitzik freut sich vor allem auf eine Hafenrundfahrt, die jüngeren Bandmitglieder hätten wiederum bereits Nachtclubs „ausgecheckt“. Und ein bisschen Zeit „für Halli Galli“ abends gemeinsam im Motel soll auch noch bleiben, sagt Himmler, der seine Truppe kennt. Hauptsache, am nächsten Tag sind dann alle wieder fit, denn am Freitag folgt der zweite Auftritt, dann auf einer großen Bühne auf dem Berliner Messegelände. Und wenn die New Brass Bigband schon mal in der Hauptstadt ist, setzt sie am Freitagabend noch einen selbst organisierten Auftritt obendrauf: Bei einem Konzert in der Erlöserkirche kann nochmals ein bisschen vom Programm des Kirchentags abgewichen werden, „und vielleicht kommt durch die ein oder andere Spende ja das Spritgeld wieder rein“, sagt Bandleiter „Mosch“ Himmler augenzwinkernd. Südwest

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