Neustadt
Attraktiver und fußgängerfreundlich: Amalienstraße wird ausgebaut
Die Amalienstraße ist in keinem guten Zustand. Das machte Konstantin Boltenhagen, der Leiter der Tiefbau-Abteilung, am Donnerstagabend im Bauausschuss klar. Es gebe viele kaputte Stellen und Senkungen. Zahlreiche Aufbrüche der Fahrbahndecke mussten geschlossen werden. Es ist also an der Zeit, die Straße zu sanieren – und gleichzeitig drängt die Zeit. Denn wenn sich im Frühjahr 2027 die Tore der Landesgartenschau öffnen, soll keine so wichtige Durchgangsstraße gesperrt sein. Von Februar 2025 bis Dezember 2026 soll deshalb die Amalienstraße zwischen Talpost und Hetzelstraße auf etwa 560 Metern ausgebaut werden. Die wichtigsten Eckpunkte:
- Die Einbahnstraßenregelung soll erhalten bleiben, der Verkehr wird also auch künftig von West nach Ost fließen, von der Talstraße kommend. Die Fahrradweiche zu Beginn, die derzeit mit Warnbaken markiert ist, soll als kleine Grüninsel angelegt werden. Laut Boltenhagen hat man in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass die Baken über Nacht auch mal beiseite geräumt wurden – wohl um schneller in die Amalienstraße einbiegen zu können. Doch genau das, eine hohe Abbiegegeschwindigkeit, soll die Grüninsel verhindern.
- Die Fahrbahn erhält ab der Talstraße bis kurz vor der Einmündung Arndtstraße eine Breite von 4,75 Metern. Der nördliche Gehweg wird auf komfortable 2,25 Meter verbreitert. Damit das möglich ist, entfällt der südliche Gehweg, der entlang der Stützwand der Bahn verläuft und laut Boltenhagen ohnehin kaum genutzt wird. Von der Arndtstraße bis zur Luisenstraße ist eine Fahrbahnbreite von 4 bis 4,25 Meter vorgesehen, die Gehwege werden auf beiden Seiten 1,60 bis 2 Meter breit sein.
- Auf der in Fahrtrichtung linken Seite ist ein zwei Meter breiter Parkstreifen geplant, der durch das Pflanzen von 21 Bäumen aufgelockert wird, auch „um das Stadtbild freundlicher zu machen“, wie Boltenhagen sagte. Dadurch entfallen Parkplätze. Allerdings können zwischen Gipserstraße und Arndtstraße fünf weitere Stellplätze in Fahrtrichtung rechts entstehen.
- Der in Teilen der Straße bestehende Fahrradschutzstreifen von 1,50 Meter Breite, wird künftig die ganze Amalienstraße durchziehen.
- Der vernachlässigte Parkplatz am Steingleis wird ebenfalls ausgebaut und künftig Platz für 18 statt wie bisher 21 Autos bieten, was an neuen Vorgaben für die Parkplatzbreite liegt (die Autos werden breiter). An der Hetzelanlage werden die Parkstände gedreht und als Längsparkplätze markiert, um den bisher schmalen Gehweg auf 2,50 Meter ausbauen zu können. Derzeit parkten die Autofahrer teilweise so eng, dass Menschen mit Kinderwagen und Rollatoren nicht durchkämen, sagte Boltenhagen.
Für den Entwurf gab es Lob von mehreren Mitgliedern des Ausschusses, der am Ende einstimmig die Planung absegnete. Doch Sorgen bereitete vielen die Parkplatzsituation. „Dort ist der Parkdruck schon relativ hoch“, sagte Christoph Bachtler (FWG). Wenn dann wegen der Bauarbeiten weitere Stellplätze wegfielen, verschlimmere sich die Lage. Er fragte, ob man nicht im rückwärtigen Bereich an der Bahnlinie Flächen für Fahrzeuge freimachen könnte. Baudezernent Bernhard Adams (parteilos) zeigte sich hier skeptisch.
Finanzierung kein Problem
Der Baudezernent sagte gleichwohl zu, dass man sich bei der Organisation der Arbeiten Gedanken machen werde, wie man die Problematik lindern könne, womöglich durch Teilung der Arbeiten in zwei Bauabschnitte.
Rainer Grun-Marquardt (Grüne) war der Meinung, dass 18 Parkplätze am Steingleis schon arg wenig seien: „Auch uns Grünen ist der Parkdruck bekannt.“ Adams machte aber klar, dass da wegen der gesetzlichen Vorgaben kein Spielraum sei. Zusätzliche Parkplätze seien nur auf Kosten von Bäumen möglich – das wollte aber keiner.
Tiefbauabteilungsleiter Konstantin Boltenhagen sagte am Freitag auf RHEINFALZ-Nachfrage, dass er damit rechne, dass insgesamt zehn bis zwölf Parkplätze wegfielen. Genau könne man das noch nicht sagen, weil man gar nicht genau wisse, wie viele Stellplätze es aktuell gebe. Denn so mancher parke seine eigene Hofeinfahrt zu, was kein Problem sei, aber natürlich nicht als Parkplatz gezählt werden dürfe.
Für gute Stimmung sorgte indes bei den Verantwortlichen und den Ausschussmitgliedern, dass die Finanzierung trotz angespannter Kassenlage kein Problem ist. Da es sich um eine Bundesstraße (B39) handelt, zahlt der Bund den Großteil der Kosten in Höhe von 3,9 Millionen Euro. Die Stadt muss die Kosten für die Gehwege, Parkstände und Beleuchtung tragen, die Anlieger werden gemäß der Satzung beteiligt. Die Anwohner sollen rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten über das Projekt informiert werden.